Verdi: La traviata
Die Erfurter Neuinszenierung von Verdis «La traviata» – kurzfristig für einen ursprünglich mit Johann Kresnik geplanten «Maskenball» ins Programm geschoben – war spektakulär wegen des Deutschland- und Rollendebüts der jungen lettischen Sopranistin Marina Rebeka, die mit erstaunlicher musikalischer wie szenischer Selbstsicherheit die Titelpartie übernahm. Rebeka besitzt alles, was Verdi in darstellerischer Hinsicht von der in die Sphären der Kunst gehobenen Edelkurtisane verlangte: «Sie hat eine gute Figur, Seele und nimmt sich auf der Bühne gut aus.
» Und sie verfügt über jene drei stimmlichen Voraussetzungen – lyrische Kantabilität, dramatische Kraft und eloquente Koloraturtechnik –, die die Rolle der Violetta so gefürchtet macht.
Rebekas zusammen mit der jungen Regisseurin Yona Kim entworfenes Porträt visualisiert Violettas Geschichte als «Weg ohne Ausweg», als «Opfergang» und «schmerzhafte Passionsgeschichte» (so Kim im Programmheft) und erinnert daran, dass Verdi seine Oper ursprünglich «Amore e morte», «Liebe und Tod» nennen wollte. Schon im pantomimischen Vorspiel zum ersten Akt ist diese Violetta eine Entrückte, und so stirbt sie denn auch am Ende nicht, sondern entschwindet ...
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