Foto: Donata Wenders

Unvertraut

Bizet: Les pêcheurs de perles
Berlin | Staatsoper im Schiller Theater

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Eine indische Frau kann auch ohne roten Bindi auf der Stirn schön sein, wenn sie Olga Peretyatko heißt (die freilich neuerdings auch den Namen ihres italienischen Dirigentengatten Michele Mariotti führt) und über einen eleganten, kraftvollen Sopran verfügt. Dass die dramatisch überzeichneten Koloraturen nicht recht passen wollen zu einer Priesterin, fällt dabei genauso wenig ins Gewicht wie die Eigenart Gyula Orendts als Zurga, noch die belanglosesten Sätze mit Emphase vorzutragen. Nein, auf solche Details kommt es hier nicht an.

Denn was diese «Perlenfischer» offerieren, ist ein Fest der Stimmen und Stimmungen, eine Oper des Genießens, nicht des Gedankens.

Sollte Bizets Jugendwerk einer Rehabilitation in Deutschland bedürfen, sie wäre jetzt geleistet. Sämtliche eventuell noch umlaufenden Vorurteile sind endgültig widerlegt. Weder ist das Libretto der reinste Schwachsinn, noch bleiben die «Perlenfischer» musikalisch hinter «Carmen» zurück. Und es trifft auch nicht zu, dass dieses erstmals 1863 gezeigte sechste Bühnenwerk des jungen Franzosen mit «Je crois entendre encore» und «Au fond du temple saint» lediglich zwei herausragende Nummern besitzt. Die «Pêcheurs» enthalten viele ...

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Opernwelt August 2017
Rubrik: Panorama, Seite 33
von Volker Tarnow

Vergriffen
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