Treffen sich zwei
Reisen bildet. Reisen erweitert den Horizont. Das Denken. Die Empfindsamkeit. Insbesondere wenn man an Orte gelangt, die erkleckliche Überraschungen bereithalten. Orte wie der Mond. Eben dahin zieht es auch Professor Barbenfoullis und sein karnevalistisch-kapriziöses Forscherteam. Nichts Geringeres haben sich die lustigen Herren zur Aufgabe gemacht, als die faszinierende Ferne fassbar zu machen. Was sie nicht wissen: Auf dem Mond herrschen andere Gesetze, andere Gebräuche; sogar die Semiotik ist eine andere.
Die Folge ist zunächst gehöriges Staunen – und dann die Erkenntnis, dass die Begegnung mit dem Fremden durchaus hilfreich für die eigene Anschauung sein kann.
Andrew Norman hat Georges Méliès’ Stummfilm «Le Voyage dans la Lune» von 1902 zur Vorlage für eine 70-minütige «Oper in zwei Akten für Menschen jedes Alters» gemacht. «Zum Mond und zurück» heißt das eklektisch-illustrative Werk, zu dem der Enddreißiger selbst das Libretto dichtete, und verhehlt zu keiner Sekunde seine Gefälligkeit. Im Grunde ist es eine kuschelklassischmoderne Filmmusik, die Simon Rattle im Rahmen des Education-Projekts «Vokalhelden» der Berliner Philharmoniker in Scharouns Zauberbau dirigiert – mit ...
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Was kann, soll, muss Theater in schwierigen Zeiten leisten? Kann es im Spiel tatsächlich das kritische Bewusstsein erweitern, oder verspielt es eher seine Möglichkeiten, wie Peter Handke einmal meinte? Es war im legendären Jahr 1968, als der (damalige) Wahl-Grazer in «Theater heute» eben dieses spielerische Moment infrage stellte: Theater sei dermaßen bestimmt,...
Auch wenn sich die Assoziation nicht unmittelbar anbietet, mussten wir bei Aufführungen von Debussys «Pelléas et Mélisande» oft an Fritz Kortner denken. «Du hättest Zuckmayer heiraten sollen», ätzte dieser einmal, als Gattin Johanna Hofer sich an einem Sonnenaufgang entzündete. Denn das Misstrauen der Intellektuellen gegenüber einem Übermaß an «Natur» ist groß;...
Ein dunkles Summen von Saiten, ein geheimes Wühlen aus dem Schlagzeug, mehr ist da anfangs nicht. Klang, der sich vorantastet. Der Chor spuckt das Wort «dust» aus, Konsonanten zischen: In einem schlichten Saal beobachten Höflinge an langen Tafeln die Auseinandersetzung zwischen Hamlet und dem frisch vermählten Königspaar. Es wird getrunken, zu essen sieht man...
