Ungeahnt authentisch
Metronome klicken und klacken gleich einer kakophonischen Fuge. Die jeden Klavierschüler nervenden Dinger lernen laufen, unter Wasser sogar, wo sie auf den grimmig dreinblickenden Herrn Beethoven treffen, der just hier unten, in den Tiefen des Rheins, der fernen Geliebten in diversen erotischen Unterwasserstellungen näherkommen darf, als es da oben auf Erden möglich wäre. Schließlich herrschen auch in seiner Geburtsstadt derzeit Abstandsregeln, die Sänger, Pantomimen und Kleindarsteller mithilfe von die eigenen Extremitäten verlängernden Roboterarmen artig erfüllen.
Der Umgang mit Nähe und Distanz wird auch am Theater Bonn in der Neuinszenierung von Mauricio Kagels «Staatstheater» thematisiert. Freilich nicht als wohlfeil aktualitätsheischendes Additivum, sondern als der Musik zwischen den Notenzeilen abgelauschte Dialektik. Negation der Oper als Gattung wie als Institution schwebte dem Deutsch-Argentinier für seine einst von Rolf Liebermann in Auftrag gegebene Novität vor, die dann zur skandalumwitterten Uraufführung nur durch Polizeischutz störungsfrei über die Bühne der Hamburgischen Staatsoper gehen konnte. 49 Jahre später und zwölf Jahre nach dem Tod des Wahl-Kölners aus ...
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Opernwelt November 2020
Rubrik: Panorama, Seite 32
von Peter Krause
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Krisenmanagement
Wie so viele einst ruhmreiche Musentempel durchlebt auch das Mariinsky Theater gerade eine schwierige Phase. Die Gründe dafür sind vielschichtig und schwer zu durchschauen. Ein Briefreport aus Sankt Petersburg
Verführertalent
Eigentlich war das Violoncello sein Instrument. Doch als es ernst wurde, entschied sich Andrè Schuen für ein Gesangsstudium...
Wie oft müsste man leben, um aus dem Tod klug zu werden?» Der Schriftsteller und Philosoph Elias Canetti formulierte diese Frage in seinen zahlreichen Schriften über den Tod, mit dem er haderte, den er am liebsten abgeschafft hätte – «wenn es ginge». Allein, es geht nicht. Bislang. Man weiß nicht, ob Andriy Zholdak ähnlich wie Canetti dem Tod den Krieg erklärt...
