«Und jedermann erwartet sich ein Fest»

Lübeck: Boito: Mefistofele

Opernwelt - Logo

Zwischen 1945 und 1990 hat man Arrigo Boitos «Mefistofele» in Deutschland, wenn überhaupt, dann nur konzertant gespielt. Seitdem scheint sich eine leise Renaissance des Werks anzudeuten, an der sich jetzt Lübeck (in Koproduktion mit Kaiserslautern und Regensburg) mit einer rundum stimmigen Aufführung beteiligte.

«Und jedermann erwartet sich ein Fest» – Heidrun Schmelzers hoch ästhetisches Bühnenbild legt diese Assoziation zum Goethe’schen «Prolog auf dem Theater» nahe.

Ein wahres Fest für die Augen sind die Entwürfe dieser 2010 so frühzeitig verstorbenen Ausstatterin, ein optisch opulentes Spiel mit Farben, Formen und geheimnisvollen magisch-geometrischen Zeichen, kulinarisch und doch jederzeit streng stückbezogen. Regisseur Heinz Lukas-Kindermann weiß den mit Hilfe der Drehbühne ständig variierten Einheitsraum zu nutzen für einen kontrastreichen szenischen Ablauf, vom statuarischen Prolog im Himmel über einen karikaturistisch-marionettenhaft angelegten Osterspaziergang und einen herrlich lasziven Hexensabbat bis hin zum surrealistischen Ambiente der klassischen Walpurgisnacht und einer ergreifend schlichten Todesszene: anspruchsvolles Theater aus dem Geist des Stücks. Ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2011
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Gerhart Asche

Weitere Beiträge
Notizen aus der Provinz

Eine gute Oper zu komponieren, dürfte kaum je so schwer gewesen sein wie im Deutschland des ausgehenden 18. Jahrhunderts: Zwischen Gluck und Mozart, dem deutschen Singspiel und der französischen Revolutionsoper gelang es kaum einem der zahlreichen Hofkomponisten, die oft noch mit den Formmodellen der späten Opera seria groß geworden waren, zu einem markanten...

TV-Klassiktipps

ARTE
1.5. – 6.00 Uhr
Ein Pianist lädt ein.
Konzert von Leon Fleisher im Pariser Salon der Fondation Singer-Polignac. Werke von Bach, Chopin, Debussy und Schubert.

1.5. – 10.10 Uhr
4./10./16.5. – 6.00 Uhr
17.5. – 5.55 Uhr
27.5. – 6.05 Uhr
Orlando di Lasso: Lagrime di San Pietro.
Collegium Vocale Gent, Philippe Herreweghe.

1.5. – 11.00 Uhr
8.5. – 6.00 Uhr
Eine Musikstunde mit...

Medea. Stimmen

Medea und kein Ende. Für jede Generation öffnet der Stoff neue Fragen, neue Facetten. In der Literatur zieht sich Medeas Spur von Euripides über Hans Henny Jahnn bis zu Christa Wolf; in der Musik von Cavalli und Charpentier über Cherubini und Simone Mayr bis zu Milhaud. Um die Jahrtausendwende sorgte Medea dann erneut für einen Boom und extrem verschiedene...