Und am Ende weiß man eigentlich nichts

Die Semperoper Dresden punktet mit Avantgarde: Immo Karaman inszeniert «Die andere Frau» von Torsten Rasch, Barbora Horáková «Die kahle Sängerin» von Luciano Chailly

Opernwelt - Logo

Mit gleich zwei Premieren binnen einer Woche startete die Semperoper ins neue Jahr –  und löste sich damit elegant aus dem sächsischen «Teil-Lockdown», der für die Kulturbranche im Freistaat ein kompletter war. Sämtliche Kulturstätten, ob Konzerthäuser, Theater, Museen oder Kinos, blieben hier von November an wochenlang geschlossen, was Sachsen den unrühmlichen Spitzenplatz als Bundesland mit der restriktivsten aller 16 Corona-Schutzverordnungen eintrug. «So geht sächsisch», möchte man das Handeln der Regierung halb zynisch, halb verzweifelt kommentieren.

Doch Lockerungen zeichneten sich ab: Unter 2G-plus-Bedingungen und bei FFP2-Maskenpflicht durfte man an kulturellen Live-Erlebnissen seit Mitte Januar wieder teilhaben.

«Endlich!» Dergleichen wird sich auch Torsten Rasch gedacht haben. Beinahe zwei Jahre musste sich der 1965 in Dresden geborene und dort ausgebildete Komponist gedulden, ehe seine Oper «Die andere Frau» aus dem Wartestand auf die Bühne geholt werden konnte. Was nur zeigt: Verlässliche Programmplanung an Opernhäusern kommt auch im dritten Pandemiejahr einer Sisyphosarbeit gleich. Dass die Dresdner den Spielbetrieb ausgerechnet mit der Uraufführung einer hauseigenen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Werner Kopfmüller

Weitere Beiträge
Divine Irene

Erstmals seit seiner Uraufführung 1750 ist das dramatische Oratorium »Theodora« am Royal Opera House wieder herausgekommen – in einer neuen Inszenierung mit »feministischer Brille« und »vielen Neuigkeiten«, wie Regisseurin Katie Mitchell verspricht. In der Tat hat die Titelheldin vermutlich zuvor noch auf keiner Bühne Bomben gebastelt. Hier tut sie das, zusammen...

Radikal reduziert

Wagners «Tristan und Isolde» in Nordhausen? In einem Haus, das keine 500 Zuschauer fasst (und zur Premiere nur 200 Menschen reinlassen durfte)? Mit einem Orchester, das gerade mal 50 Musiker zählt, dazu jede Menge Debütanten auf, vor und hinter der Bühne? Ist das nicht ein geradezu aberwitziger Plan? Ist es. Trotzdem funktioniert er, und zwar mehr als beachtlich,...

Sophias Welt

Jede Aufführung von Donizettis «Lucia di Lammermoor» steht (oder fällt) mit der Besetzung der Titelrolle. Mit ihrer vokalen Pyrotechnik und exaltierten Gefühlsdialektik, die psychische Extremzustände wie mit dem Zoom zeigt, gehört die Partie zu den größten Herausforderungen im Reich des Gesangs. In Osnabrück überwältigt die junge Sopranistin Sophia Theodorides mit...