Und am Ende weiß man eigentlich nichts
Mit gleich zwei Premieren binnen einer Woche startete die Semperoper ins neue Jahr – und löste sich damit elegant aus dem sächsischen «Teil-Lockdown», der für die Kulturbranche im Freistaat ein kompletter war. Sämtliche Kulturstätten, ob Konzerthäuser, Theater, Museen oder Kinos, blieben hier von November an wochenlang geschlossen, was Sachsen den unrühmlichen Spitzenplatz als Bundesland mit der restriktivsten aller 16 Corona-Schutzverordnungen eintrug. «So geht sächsisch», möchte man das Handeln der Regierung halb zynisch, halb verzweifelt kommentieren.
Doch Lockerungen zeichneten sich ab: Unter 2G-plus-Bedingungen und bei FFP2-Maskenpflicht durfte man an kulturellen Live-Erlebnissen seit Mitte Januar wieder teilhaben.
«Endlich!» Dergleichen wird sich auch Torsten Rasch gedacht haben. Beinahe zwei Jahre musste sich der 1965 in Dresden geborene und dort ausgebildete Komponist gedulden, ehe seine Oper «Die andere Frau» aus dem Wartestand auf die Bühne geholt werden konnte. Was nur zeigt: Verlässliche Programmplanung an Opernhäusern kommt auch im dritten Pandemiejahr einer Sisyphosarbeit gleich. Dass die Dresdner den Spielbetrieb ausgerechnet mit der Uraufführung einer hauseigenen ...
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Opernwelt März 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Werner Kopfmüller
JUBILARE
Jane Henschel absolvierte ihr Gesangsstudium an der University of Southern California. Erste Opernengagements führten sie 1978 nach Deutschland, sie trat in Aachen, Wuppertal, Dortmund und an der Deutschen Oper am Rhein auf. Zahlreiche Gastspiele machten die Mezzosopranistin ab Ende der 1980er-Jahre in der ganzen Welt bekannt, umjubelt etwa als Amneris,...
Gleich zwei Ansagen muss Intendant Alain Perroux vor Beginn des Premierenabends machen: erstens, dass anstelle des positiv auf das Coronavirus getesteten Chefs der Strasbourger Philharmoniker Aziz Shokhakimov seine Assistentin Sora Elisabeth Lee die Premiere dirigieren werde. Und zweitens, dass aufgrund einiger positiv getesteter Orchestermitglieder nun fünf...
Erstmals seit seiner Uraufführung 1750 ist das dramatische Oratorium »Theodora« am Royal Opera House wieder herausgekommen – in einer neuen Inszenierung mit »feministischer Brille« und »vielen Neuigkeiten«, wie Regisseurin Katie Mitchell verspricht. In der Tat hat die Titelheldin vermutlich zuvor noch auf keiner Bühne Bomben gebastelt. Hier tut sie das, zusammen...
