Überforderung als Auszeichnung

Der Lotse geht von Bord: Nach zehn Jahren verlässt Klaus Schultz das Münchner Gärtnerplatztheater. Und hinterlässt ein Haus, das er mit innovativen Spielplänen und kompetenten Nachwuchskräften zu profilieren verstand. Immer in Bewegung, auf der Höhe de

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Eine Mutprobe, elf Jahre lang. Fangen wir mit dem größten, letzten Wagnis an: Luigi Nono am Gärtnerplatz. «Intolleranza» in einem Haus, das einst auch Staatsoperette hieß. Herzenswunsch ­eines Intendanten, der in der Saison 1996/97 von Aachen über Mannheim an Münchens Gärt­ner­platz kam und hier seither die Ansprüche mit jedem neuen Stück hochschraubte. Klaus Schultz ist ein ­visionärer Kopf und pädagogischer Stratege bei freundlichsten Manieren, ein Mensch mit Neugier, Bildung, Überzeugung, ein Überredungskünstler außerdem.

Anders lässt sich sein Weg, diese dramaturgische, bei seltener Gelegenheit auch regieführende Karriere, kaum erklären.
Mehr als vierzig Chorproben für Nonos Szenische Aktion, die ja zuallererst ein Chorwerk ist, wollen schließlich erst mal disponiert werden in einem Betrieb, der es zuletzt auf 360 Veranstaltungen im Jahr brachte. Das Ergebnis gibt dem langfristigen künstlerischen Ehrgeiz Recht: «Intolleranza 1960», bislang die zehnte Auffüh­rung in einem deutschen Opernhaus, wurde bei Kritik und Publikum zum schönsten, verdienten Erfolg. Traurig nur, dass er – wie so viele und vieles – mit dem Intendantenwechsel aus dem Programm des Staatstheaters am ...

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Opernwelt August 2007
Rubrik: Theaterporträt, Seite 68
von Dietmar N. Schmidt

Vergriffen
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