Trösterin Natur
Füchse sind kaum zu domestizieren. Soll der Versuch auch nur ansatzweise gelingen, bedarf das Tier erheblicher Freiheiten. Der Förster in Janáčeks Oper zeigt sich bereit, der jungen Füchsin, die er gefangen hat, allerhand Lizenzen einzuräumen. Keine Frage, den Waidmann fasziniert, wie Füchslein Schlaukopf unter lauter domestizierten Wesen – gleich ob Mensch oder Nutztier – sein unabhängiges Wesen zu behaupten versucht. Der Förster selbst weiß sich hingegen in Banden der Familie und seiner Honoratiorenstellung.
Regisseur Lars Marcel Braun, dessen Arbeit auf einem Konzept von Geertje Boeden fußt, lässt die Füchsin agieren, als betrachte sie ihre Gefangenschaft als etwas Vorläufiges und bewege sich auf einem Experimentierfeld, um Attraktionen und Gefahren des Terrains auszutesten. Zwar ist die Beziehung zwischen ihr und dem Förster keine romantische, die wechselseitige Anziehung beruht eher auf dem Reiz der Fremdartigkeit und Neugier. Man findet sich sympathisch, taxiert einander jedoch immerfort. Völlig unterschiedliche Lebensgeschwindigkeiten verhindern tieferes Einverständnis. Der Förster und seine Stammtischbrüder leben im Leerlauf. Keine Berufspflicht, kein Saufgelage, kein ...
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Opernwelt Februar 2026
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Michael Kaminski
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