Très charmant

Holger Falk und Steffen Schleiermacher interpretieren Mélodies und Chansons von George Auric

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Ein Wunderkind? Manche sagen, er sei es gewesen. Die weitere kompositorische Entwicklung von George Auric lässt jedoch zumindest leise Zweifel an dieser Einschätzung zu. Und fragt man heute jemanden nach seiner musikhistorischen Bedeutung, ist Schulterzucken die häufigste Antwort.

Weithin bekannt ist lediglich, dass Auric Mitglied der Künstlervereinigung «Groupe des Six» war, deren ästhetische Gemeinsamkeit jedoch vor allem in der Ablehnung des musikalischen Impressionismus und des in Frankreich grassierenden Wagnérisme sowie einer Hinwendung zu «leichteren» Genres wie beispielsweise dem Varieté, dem Cabaret und dem Jazz bestand – frei nach dem Motto «Bloß kein Pathos!» Über Aurics Œuvre weiß man wenig, abgesehen von der Tatsache, dass er als Filmkomponist eine Instanz war.

Allein deswegen ist das Album von Holger Falk (Bariton) und Steffen Schleiermacher (Klavier) mit Mélodies und Chansons dieses Komponisten ein Gewinn. Und schon nach wenigen Tönen ist klar, wer seine Säulenheiligen waren: Igor Strawinsky und Erik Satie. Der Tonfall der Lieder ist neoklassizistisch, die klangliche wie formale Reduktion Prinzip. Die meisten Stücke dauern kaum mehr als zwei Minuten und offenbaren ...

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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Medien, Seite 27
von Virginie Germstein

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