Alter liebt Jugend
Noch bevor ich eine Aufführung sehen konnte, sprachen mich Leute auf diesen «Don Pasquale» an. Eine junge Sopranistin aus der Akademie des Festivals habe alle anderen an die Wand gesungen, großartige Entdeckung! Die Regisseurin habe mit ihren Einfällen die Bühne überladen. Außerdem war der intrikate Einwand zu vernehmen, die von der anderen Seite der Alpen stammende Regisseurin Amélie Niermeyer habe die italienische Essenz des Operntextes nicht verstanden.
Einwände der letzten Art hört man im gegenwärtigen Italien öfter.
In der Filmkritik etwa gibt es die Klage, Filme mit italienischen Sujets würden mit amerikanischen Schauspielern besetzt – die könnten nicht verkörpern, worum es eigentlich gehe. Aber sollte eine Regisseurin, die mit Da Ponte und Hofmannsthal groß geworden ist, ein Libretto von Giovanni Ruffini vom Anfang der 1840er-Jahre nicht auch entziffern können? Und ist eine «italienische Essenz» überhaupt so wichtig, ist Interpretation nicht interessanter? Hat der Künstlerische Leiter, Francesco Micheli, das Donizetti Opera Festival nicht als «europäisch» bezeichnet? In der Tat scheint Niermeyer nicht von Worten auszugehen. Sie schafft einen Raum: den schicken, auf ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Klaus Georg Koch
Adèle Hugo (1830–1915) wurde schon einmal wiederentdeckt – 1968, als der erste Band ihrer umfangreichen Tagebücher erschien und François Truffaut ihre tragische Lebensgeschichte mit Isabelle Adjani in der Titelrolle verfilmte. Die künstlerisch hochbegabte Tochter des Lyrikers, Dramatikers und Romanciers Victor Hugo war ihrem Vater 1852 ins Exil auf die britische...
Wie der Tag des Jüngsten Gerichts klingen könnte? Er könnte so klingen wie in der Motette «In furore iustissimae irae» von Antonio Vivaldi: herb, heftig, markerschütternd. Gleich die erste Arie lässt – aus gegebenem Anlass für Altstimme transponiert – keinen Zweifel daran: Gott zürnt dem Menschen, weil dieser ein Sünder ist, der sich einfach nicht bessern will. Und...
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
Aachen
Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Mozart, Die Zauberflöte: 10., 22., 24.
- nach Purcell, The Indian Queens: 12., 19.
Altenburg/Gera
Theater Altenburg Gera
https://theater-altenburg-gera.de
- Wagner, Der fliegende Holländer: 3....
