Trauma und Tai Chi
So ein Wagner-Glück gibt es in Skandinavien nicht alle Tage: In zwei Städten, die nur ein sechzehn Kilometer schmaler Wasserstreifen trennt, standen «Parsifal»-Premieren auf dem Programm.
Man musste nur über den Øresund fahren, jene geschichtsträchtige Meerenge, die Dänemark von Schweden trennt, um erhellende Vergleiche zwischen den Aufführungen in Kopenhagen und Malmö zu ziehen: nicht nur in Bezug auf die unterschiedlichen Annäherungen der Regisseure Keith Warner und Stefan Johansson an Wagners Weltabschiedswerk, sondern auch hinsichtlich der völlig verschiedenen äußeren Bedingungen, unter denen die beiden Produktionen entstanden.
Keith Warner wollte mit «Parsifal» die erste eigene Regiearbeit in Kopenhagen vorlegen, seit er die Künstlerische Leitung der dortigen Oper (im Sommer 2011) übernommen hatte. Die Produktion sollte auch den Beginn jener neuen Ära markieren, die sich die dänischen Entscheidungsträger wünschten: Anhebung des künstlerischen Niveaus, um langfristig und nachhaltig international konkurrieren zu können. Es kam bekanntlich anders: Die neue Regierung kürzte Ende letzten Jahres das Opernbudget so radikal, dass Warner sich außerstande sah, die von ihm erwartete ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Andreas Bücker
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