Bitte nicht stören!
Gleich zu Beginn glitzern Silber-Pennies bei den quicken Streichern: Das reiche Erbe des alten Admirals Morosus liegt in Chemnitz tatsächlich «im Keller», nämlich im Orchestergraben. Was Generalmusikdirektor Frank Beermann der Robert-Schumann-Philharmonie während der vorletzten Premiere der Spielzeit an verschmitztem Spielwitz entlockte, brachte das Publikum zum Schwärmen.
Rudolf Rischer hat für die «Schweigsame Frau» ein behagliches Wohlfühl-Bühnenbild gebaut.
Ein etwas angejahrter Admiralspalast wird dort von Haushälterin Theodosia Zimmerlein entstaubt (seit fast dreißig Jahren in Chemnitz engagiert: Monika Straube). Und die Regie (Gerd Heinz) plaudert fast zu viel aus: Alle Akteure sind immer sichtbar, sogar der Überraschungsbesuch wird schon entdeckt, bevor er überhaupt angeklopft hat. Das Licht führt, sehr geschickt, Holger Reinke: Er schafft ein Gefühl für Zeit und Raum außerhalb der vom Hausherrn regierten Ruhezone.
Es sind die in Stefan Zweigs Libretto kunstvoll arrangierten Pointen, die immer wieder für Gekicher im Saal sorgen, weniger die etwas schwergängige Inszenierung. Es dauert ein bisschen, bis die Figuren ihre komischen Seiten offenbaren. Die linkischen ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Martin Morgenstern
Im nächsten Jahr wird der 200. Geburtstag Giuseppe Verdis gefeiert, da stehen uns wohl eine Menge – und ich fürchte: größtenteils überflüssige – CD- und DVD-Publikationen ins Haus. Dass seine Opern keine Selbstläufer sind, sondern echte Herausforderungen an Sänger, Dirigenten und Regisseure darstellen, belegt das Angebot an historischen und neuen Live-Aufnahmen der...
Meldungen
Auf dem Spielplan 2012/13 der Vlaamse Opera Antwerpen/Gent stehen Opern und Konzerte, die sämtlich einen Bezug zum Glauben haben – an die Wissenschaft oder an Macht ebenso wie an Gott, an eine Erlösung, an die Liebe, an Gemeinschaft oder an Utopien. So stellt Jan Fabre mit «Tragedy of a Friendship» eine neue Oper vor, die von der schwierigen Freundschaft...
Es wäre müßig, ein weiteres Mal die Querelen um die Oper der Stadt Köln im Detail aufzurollen. Das ist in den letzten Monaten oft geschehen, auch in dieser Zeitschrift (siehe OW 12/2011). Darum hier nur eine kurze Erinnerung. 2009 ist das Kölner Opernhaus baulich marode und künstlerisch bedeutungslos. Der neue Intendant Uwe-Eric Laufenberg soll es wieder auf...
