Die Schwäne sind zurück

«Lohengrin» im Vergleich: am Staatstheater Wiesbaden unter Marc Piollet und Kirsten Harms, am Koblenzer Theater unter Enrico Delamboye und Markus Dietz

Opernwelt - Logo

Es soll Zeiten gegeben haben, in denen sich Regisseure lieber einen Finger abgetrennt hätten, als im «Lohengrin» auf der Bühne einen Schwan zu zeigen. Konnte dieser doch als Sinnbild für naturalistischen Bühnenballast und unzählige Anekdoten herhalten. In den beiden aktuellen Produktionen am Rhein herrscht kein Schwanenmangel: In Koblenz lässt Videokünstler Georg Lendorff einen projizierten Vogel elegant die Bühne umkreisen und sich schließlich niedersetzen, bevor Lohengrin auftritt. In punkto Masse indes hat Wiesbaden die Nase vorn.

Regisseurin Kirsten Harms und ihr Bühnen- und Kostümbildner Bernd Da­movsky haben überall in der Wiesbadener Theaterarchitektur Schwanen-Zierrat aufgestöbert, der in Lichtbildern auf der Bühne zitiert wird. Später geht es dem edlen Federvieh hier allerdings an den Hals: Ortrud betätigt sich als Schwanenschlächterin, vollzieht mit ihrem Gatten Telramund ein Blutritual, das den Kontrast zur Kommunion bildet, die Elsa und Lohengrin am Ende des ersten Akts empfangen. Dies ist nur eines von vielen Bildern dieser Inszenierung, die plakativ ein-, aber nicht weitergeführt werden.

Was beide Produktionen mehr vereint als solche Federklaubereien: Sowohl Kirsten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Claus Ambrosius

Weitere Beiträge
Infos

Meldungen

Auf dem Spielplan 2012/13 der Vlaamse Opera Antwerpen/Gent stehen Opern und Konzerte, die sämtlich einen Bezug zum Glauben haben – an die Wissenschaft oder an Macht ebenso wie an Gott, an eine Erlösung, an die Liebe, an Gemeinschaft oder an Utopien. So stellt Jan Fabre mit «Tragedy of a Friendship» eine neue Oper vor, die von der schwierigen Freundschaft...

Bewerbungsstück für Bamberg

Den Ruhm, der ihm als Erzähler schon zu Lebzeiten zuteil wurde, hätte Ernst Theodor Amadeus Hoffmann lieber als Komponist geerntet. Aber dieses Glück blieb ihm versagt. Heute wissen auch fortgeschrittene Musikliebhaber oft nicht, dass er Opern geschrieben hat. Seine 1816 in Berlin uraufgeführte «Undine» wurde in unserer Zeit vereinzelt gegeben, meist in...

Spielpläne

Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung, Bühnenbild u. Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung


Deutschland

Aachen
Tel. 0241/478 42 44, 0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
• Tristan und Isolde: 1., 7., 17. (N.), 24.
• 4. Familienkonzert (Hiemeyer): 3. (Mat.)
• King...