Trauermarsch für eine Magd

Zwischen Klischees und Akkuratesse: Rossinis «La gazza ladra» und «Il signor Bruschino» in Bad Wildbad

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Man hockt aufeinander in Bad Wildbad. Es ist eng im Tal, durch das sich die Enz geräuschvoll schlängelt. Was die Nachbarn plaudern, auf den Restaurantterrassen, den Parkwegen – man bekommt es mit. Und das ist häufig eine mehr als nur gediegene Kenntnis in Sachen Rossini. Man muss nicht gleich vom Bayreuth der Rossinianer reden. Aber es ist etwas dran am Klein-Pesaro im Nordschwarzwald, an der deutschen Rossini-Zentrale.
Jahr für Jahr erneuert sich auch der Generaleindruck: Das Zwei-Wochen-Festival «Rossini in Wildbad» profiliert sich vor allem musikalisch.

Und das auch dank der alert reagierenden Virtuosi Brunensis, einem Kammer-Mix der beiden Brünner Orchester. In der «Diebischen Elster» erreicht Ryuichiro Sonoda mit dem Ensemble einen hohen Grad an blitzblanker Akkuratesse. Die marschiert allerdings auch im populären Ouvertüren-Hit schon in allzu militärischem Stechschritt und atmet eine Spur zu wenig von jenem frei ausschwingenden Charme, mit denen Antonino Fogliani den Buffa-Trubel des «Signor Bruschino» auf Trab brachte.
Sonodas Nachdruck in «La gazza ladra» erhärtet freilich auch, wie politisch der Komponist argumentieren konnte. Wenn ein zeitgenössischer Kritiker ihm ...

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Opernwelt September/Oktober 2009
Rubrik: Festspiele, Seite 55
von Heinz W. Koch

Vergriffen
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