Tragödie des Zweifels

Battistelli: Julius Caesar
ROM | TEATRO DELL’OPERA

Opernwelt - Logo

Interessante Selbsteinschätzung: «Ich bin beständig wie der Nordstern / Von jener wahren festen und ruhenden Qualität / Es gibt keinen anderen am Firmament. / Der Himmel ist mit unzähligen Funken bemalt. Sie sind alle schön, und jeder leuchtet; / Aber es gibt nur einen in allen, der seinen Platz hält. / Ich bin derjenige, der sich nicht bewegen kann.» So sagt und glaubt es Julius Cäsar. Ohne den Nordstern kennt der Seemann seinen Weg nicht mehr.

Ohne ihn, den vom Volk vergötterten, starken Mann, der eine Bedrohung für die republikanischen Institutionen darstellt, verlieren seine Mörder die Orientierung. Einer nach dem anderen wird am Ende aufgrund seiner Schuldgefühle Selbstmord begehen.

Nach «Richard III.», einem Auftragswerk der Opera Vlaanderen (2004), kehrt Giorgio Battistelli mit «Julius Caesar» zu William Shakespeare zurück. Seine jüngste Oper eröffnete die Spielzeit des Teatro dell’Opera di Roma, und das erfolgreich. Zu danken war dies nicht nur der hohen Qualität des Werks selbst, sondern auch der musikalischen Leitung von Daniele Gatti, der das Orchester des Theaters zur Hochform brachte, und einem hervorragenden Sängerensemble, insbesondere Clive Bayley (Caesar), Elliot ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Stefano Nardelli

Weitere Beiträge
Poesiealben

Seit vier Jahren veranstaltet die Académie Orsay-Royaumont in der ehemaligen Zisterzienserabtei Royaumont Liedkurse, die im dritten Studienjahr von der Mezzosopranistin Stéphanie d’Oustrac und dem Pianisten Pascal Jourdan geleitet wurden. Im Abschlusskonzert am 7. Februar 2021 zeigten die ausgezeichneten Lied-Duos, was sie können, und das ist, wie man ja auch aus...

«Gwaldže brider wos shloft ir?»

Simon Laks wurde am 1. November 1901 in Warschau geboren. Am selben Tag wie der bedeutende Musikwissenschaftler Hans Heinz Stuckenschmidt, der am 1. November 1901 in Strasbourg das noch recht optimistisch leuchtende Licht der Welt erblickte. Stuckenschmidt verbat man bereits 1934 das Schreiben und Publizieren, hatte er sich doch nachhaltig für jüdische Musikerinnen...

Hänsel und Gräte

Eine Frau ist schwanger. Sie und ihr Lebensgefährte finden keine Bleibe. Dafür sterben aus Rache und/oder Verzweiflung ein paar der Leute, die nicht geholfen haben. Der Lebensgefährte ist offenbar der Täter und wird gehängt. Klingt banal, gibt es aber jetzt als Oper.

Die «Idee» zur «Handlung» der zweieinhalbstündigen Oper «Sleepless» von Péter Eötvös geht auf die...