Das Schwere so leicht

Jeanine De Bique und das von Luca Quintavalle angeführte Concerto Köln brillieren mit Arien von Händel, Graun und Riccardo Broschi

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Himmel, hilf! So wohl muss man die Worte verstehen, mit denen sich Ägyptens geplagte Königin an die Götter wendet, in der Hoffnung, sie mögen ihren Qualen ein Ende setzen. Gefühlt 99 Mal haucht Cleopatra die Worte «giusto ciel» in den imaginären Saal, und immer flehentlicher klingt diese évocation sentimentale, immer verzweifelter, vergeblicher. Keine Frage, die Welt (der Liebe) ist aus den Fugen zu Beginn der Arie «Se pietà di me non senti», einer der ergreifendsten Stücke aus Händels «Giulio Cesare in Egitto».

Wäre man göttlicher Natur, und sei es nur für eine Weltsekunde, man würde Cleopatras Verlangen auf der Stelle nachgeben, so berührend, so inniglich klingt dieses Lamento über den monoton dahintropfenden Streicher-Achteln und dem obligaten Fagott, wenn Jeanine De Bique es singt, hauchzart begleitet vom Concerto Köln unter der Leitung von Luca Quintavalle. Jeder Ton ein Juwel, aber nicht artifiziell hergestellt, um ein technisches Können zu zelebrieren oder Emotion vorzugaukeln. Nein, dieses bebende Begehren ist authentisch und dazu noch wunderschön stilvoll ausgeschmückt.

Doch diese Cleopatra kann auch anders. Graun-hafter könnte man kalauern. Aus dessen Oper «Cesare e ...

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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: CD des Monats, Seite 29
von Jürgen Otten

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