Apropos... Begabung
Herr Hahn, sind Sie ein Wunderkind?
Nein, das glaube ich nicht. Der Begriff ist mir zwar des Öfteren schon begegnet, aber ich glaube, dass es viel mehr sogenannte Wunderkinder gäbe, wenn all jene immer auch die Möglichkeiten und Chancen und das Glück gehabt hätten, wie ich es hatte. Man muss im richtigen Moment die Möglichkeiten bekommen, diese Talente – ob das jetzt etwas mehr oder weniger Außerordentliches ist – beweisen zu können. Dieses Glück hatte ich, genauso hatte ich die richtigen Leute in meinem Umfeld.
Gäbe es das für alle, hätten wir wohl viel mehr Wunderkinder.
Was war Ihre erste Berührung mit klassischer Musik?
Das war im Knabenchor. Ich habe zwar den üblichen Weg gemacht über Blockflöte in der Grundschule und so weiter, aber im Knabenchor habe ich zum ersten Mal wirklich klassische Musik gesungen – zunächst leichtere Muse wie Walzer von Johann Strauss, danach aber Bach-Motetten, -Passionen, -Oratorien, all das kirchenmusikalische Repertoire, und dann die «Zauberflöte». Das war ein ganz entscheidender Punkt in meinen jungen Jahren, als ich einen der drei Knaben in der «Zauberflöte» in der Oper Graz gesungen habe – da habe ich Blut geleckt.
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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Hannah Schmidt
Es ist weder die Frauenkirche noch das Maximilianeum, nicht einmal das Dach des benachbarten Nationaltheaters. Wenn Vladimir Jurowski aus seinem Büro schaut , blickt er auf Balkone vor schicken Wohnungen. «Wahrscheinlich wohnt da gar keiner», sagt er schulterzuckend. Anlageobjekte also? Auch diese Aussicht wäre damit typisch münchnerisch.
Wie man sieht, muss sich...
Interessante Selbsteinschätzung: «Ich bin beständig wie der Nordstern / Von jener wahren festen und ruhenden Qualität / Es gibt keinen anderen am Firmament. / Der Himmel ist mit unzähligen Funken bemalt. Sie sind alle schön, und jeder leuchtet; / Aber es gibt nur einen in allen, der seinen Platz hält. / Ich bin derjenige, der sich nicht bewegen kann.» So sagt und...
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