Trage Trauer, Natur!
Die Tonart verheißt wenig Gutes. Gevatter Tod blinzelt sardonisch grinsend um die Ecke, und nach nur vier Takten des Préludes ist der Absolutismus der Wirklichkeit einfach nicht mehr fortzudenken. Mehr und schlimmer noch: Er hat auf ganzer Linie gesiegt.
Anders lässt sich der Gang der harmonischen Dinge zu Beginn von Massenets «Werther» kaum interpretieren: Von der Grundtonart d-Moll (im zweiten Takt mit der Septime C im Bass) führt der Weg über verminderte Nonenakkorde auf der Subdominante und Dominante zu einem Quartsextakkord mit hinzugefügter Septe auf C; und als wäre das noch nicht «Fanal» genug, steigt die Basslinie parallel dazu vom D mal diatonisch, mal chromatisch hinunter zu einem Paukenwirbel auf G und stimmen Violoncello, Viola, Oboe und Altsaxophon (!) alsbald eine triste Melodie an.
Vor allem das Saxophon sollte man sich merken. Denn im dritten Akt, in Charlottes großer Liebesschmerzens-Arie «Les larmes qu’on ne pleure pas» («Die nicht geweinten Tränen fallen in uns zurück») wird dieses außergewöhnliche Instrument der im hauchzarten dreifachen Piano zwischen Bangen und Hoffen Schwankenden schwärmerisch-tröstend zur Seite stehen. Dass dies vergeblich ist, auch das ...
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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Jürgen Otten
Wer trotz allem lacht, verfügt im besten Falle über eine gehörige Portion jüdischen Humors, kann nicht nur der Vertreibung aus dem osteuropäischen Schtetl mit Komik begegnen, sondern sogar der Shoah. Das Lachen wird zum Mechanismus der Bewältigung des Bösen und des Überlebensgeistes selbst im Angesicht des Todes. In ihm begegnet die jüdische Kultur der Verzweiflung...
Die «Walküre» ist die mit Abstand populärste Oper aus Wagners «Ring». Doch findet sich darin die wohl unbeliebteste halbe Stunde der ganzen Tetralogie, noch vor der ähnlich langen Wissenswette in «Siegfried»: Wotans sogenannter Monolog im zweiten Aufzug. In Tat und Wahrheit handelt es sich dabei um eine erst nachdenklich, dann zunehmend hitzig formulierte...
Frau Kampe, was macht man eigentlich als Brünnhilde zwischen den Vorstellungen und «Ring»-Zyklen?
Ausruhen! Manchmal gehe ich auch zur Massage, damit sich der Körper ein bisschen entspannt. Ansonsten spazieren gehen, Dinge tun, die nicht allzu anstrengend sind. Aber sich völlig gehen zu lassen, ist auch nicht gut. Man muss den Motor schon am Laufen halten.
Ist es...
