Trage Trauer, Natur!

Massenets Drame lyrique «Werther» besitzt in Oldenburg und Weimar sowohl szenisch als auch musikalisch Poesie

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Die Tonart verheißt wenig Gutes. Gevatter Tod blinzelt sardonisch grinsend um die Ecke, und nach nur vier Takten des Préludes ist der Absolutismus der Wirklichkeit einfach nicht mehr fortzudenken. Mehr und schlimmer noch: Er hat auf ganzer Linie gesiegt.

Anders lässt sich der Gang der harmonischen Dinge zu Beginn von Massenets «Werther» kaum interpretieren: Von der Grundtonart d-Moll (im zweiten Takt mit der Septime C im Bass) führt der Weg über verminderte Nonenakkorde auf der Subdominante und Dominante zu einem Quartsextakkord mit hinzugefügter Septe auf C; und als wäre das noch nicht «Fanal» genug, steigt die Basslinie parallel dazu vom D mal diatonisch, mal chromatisch hinunter zu einem Paukenwirbel auf G und stimmen Violoncello, Viola, Oboe und Altsaxophon (!) alsbald eine triste Melodie an.

Vor allem das Saxophon sollte man sich merken. Denn im dritten Akt, in Charlottes großer Liebesschmerzens-Arie «Les larmes qu’on ne pleure pas» («Die nicht geweinten Tränen fallen in uns zurück») wird dieses außergewöhnliche Instrument der im hauchzarten dreifachen Piano zwischen Bangen und Hoffen Schwankenden schwärmerisch-tröstend zur Seite stehen. Dass dies vergeblich ist, auch das ...

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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Jürgen Otten

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