Tod auf Kredit

Smyth: The Prison am Theater Darmstadt

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Siebzig Minuten lang wird auf der Bühne geknüpft und geknotet. Meterlange Stoffbahnen fallen aus dem Schnürboden herab, von rasselnden Ketten gehalten. Die Darsteller weben und wickeln sie zu einem flammend roten Netzwerk, das die gesamte Bühne in schrägen, asymmetrischen Linien überzieht. Bei der szenischen Uraufführung der Vokalsymphonie «The Prison» von Ethel Smyth lassen Regisseurin Franziska Angerer und ihre Ausstatterin Valentina Pino Reyes die Kulisse vor den Augen des Publikums in einer Live-Installation entstehen.

Die Produktion eröffnet das Darmstädter Back-Stage-Festival, das den Zuschauerinnen und Zuschauern Theatererlebnisse aus ungewohnter Perspektive bieten will. Das Publikum ist auf der Hinterbühne platziert und blickt durch einen schwarzen Gazevorhang in umgekehrter Richtung auf Bühne und Orchester. Der eigentliche Zuschauersaal ist in weite Ferne gerückt. Zu Beginn steht man allerdings erst mal vor verschlossenen Türen. Der Raum ist zugesperrt, leise Irritation macht sich breit – als plötzlich im Foyer ein hymnischer Gesang anhebt. Vier weißgewandete Sängerinnen des Kinderchors tragen eine überlebensgroße Büste der Komponistin die Treppen hinab und stellen sie ...

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Opernwelt Juli 2023
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Silvia Adler

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