Tiefen und Untiefen bei Verdi
Als Koproduktion der Opernhäuser in Novosibirsk und Paris ist eine Inszenierung von Verdis «Macbeth» entstanden, die einen Meilenstein in der Rezeptionsgeschichte des Werkes darstellt. Der Regisseur Dmitri Tcherniakov und der Dirigent Teodor Currentzis, die nicht zum ersten Mal zusammenarbeiteten, haben auf der gemeinsamen Suche nach Verdis Wahrheit tief geschürft und sind dabei fündig geworden.
Dabei hatte Tcherniakov nach eigenem Bekenntnis zunächst keinen Zugang zu dem Werk, das ihm von Gerard Mortier angetragen wurde, und ist ihm erst durch monatelanges Hinterfragen auf den Grund gekommen. Die Ergebnisse seiner Überlegungen sind überraschend und lassen das Stück in neuem Licht erscheinen. Der Regisseur, der auch sein eigener Bühnen- und Kostümbildner ist, schafft auf der Szene einen geografisch wie historisch abstrakten Raum. Eine künstliche Kleinstadt wird zum Mikrokosmos, die Gemeinschaft ihrer Bewohner ersetzt die mythischen Hexen, und die Eheleute Macbeth sind Menschen wie du und ich, die beinahe unwillentlich in die Spirale von Gier und Gewalt geraten und darin schließlich seelisch und mental zugrunde gehen.
Diese Konzeption setzt Tcherniakov mit unangreifbarer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2011
Rubrik: Medien | DVDs, Seite 31
von Ekkehard Pluta
Gerade mal zehn Jahre gibt es das Festival Pergolesi Spontini in Jesi und Umgebung. Kurz zuvor war eine gleichnamige Stiftung gegründet worden, um das Werk von Giovanni Battista Pergolesi und Gaspare Spontini zu befördern. Jährlicher Höhepunkt der Aktivitäten sollte das Festival mit professionell produzierten Aufführungen von Stücken des 1710 in Jesi geborenen und...
Längst haben Countertenöre die Kreise der Alten und Neuen Musik verlassen und begonnen, sich auch das dazwischen liegende Repertoire anzueignen. Jochen Kowalski war einer der Ersten, der Liederabende mit einem klassisch-romantischen Programm riskierte – und Gehör fand. Philippe Jaroussky gelang 2009 eine kleine Sensation mit seinem wahrhaft berauschenden Album...
Jubilare
Geboren wurde Sena Jurinac am 26. Oktober 1921 im bosnischen Travnik. Sie studierte am Konservatorium von Zagreb bei Mila Kostrencic Gesang und debütierte 1942 am Nationaltheater von Zagreb in Puccinis «La Bohème» als Mimì, bevor sie kurz darauf von Karl Böhm an die Wiener Staatsoper engagiert wurde, wo sie 1951 zur Kammersängerin ernannt wurde und deren...
