Thesentheater

Doch so viel Einfluss hat das Publikum dann doch nicht: «Chaosmos» von Marc Sinan, Konrad Kästner und Eylien König an der Oper Wuppertal

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Der Mensch macht Ordnung, schon im Kindesalter ‒ das ist dem Berliner Videokünstler Konrad Kästner aufgegangen, als er seinem Sohn beim Spielen mit Bauklötzen zusah. Was aber macht die Ordnung mit dem Menschen? Das wollte Kästner spielerisch-szenisch herausfinden und erfand zusammen mit dem Musiker Marc Sinan und der Ausstatterin Eylien König ein Setting, das dem Kultursekretariat NRW in Wuppertal für sein neues Förderprojekt «NOperas!» angeboten wurde.

Ob dabei, gemäß dem Label, eine Oper herauskommt oder nicht ‒ für «NOperas!» haben sich die Opernhäuser in Wuppertal, Bremen und Halle zusammengeschlossen, um die experimentellen Anordnungen in jeder Aufführung als work in progress weiterzuentwickeln. Wobei das Kultursekretariat der über Jahrzehnte bewährten Leitlinie folgt: Wenn neue Konstellationen im Musiktheater nicht öffentlich gefördert werden, wird sich irgendwann niemand mehr darum kümmern.

Wie also, so fragt die am 11. Januar gestartete Wuppertaler Versuchsreihe, wirkt sich das offenbar urmenschliche Bedürfnis nach Ordnung und Organisation auf unsere Gesellschaft aus? Kästner/Sinan/König haben auf der Bühne des Opernhauses (der Zuschauerraum bleibt leer) eine Art ...

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Opernwelt März 2020
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Michael Struck-Schloen

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