Theo Adam

beendet seine Bühnenkarriere

Opernwelt - Logo

Am 2. Dezember stand Theo Adam zum letzten Mal auf der Bühne der Semperoper: in der Partie des Eremiten («Der Freischütz»), die er bereits 1949 während seiner ersten Spielzeit in Dresden gesungen hatte. Seiner sächsischen Heimat ist der Bass-Bariton auch in politisch schwierigen Zeiten treu geblieben. Aufgewachsen in der Tradition des Kreuzchores wurde Theo Adam vor allem als Wagner-Sänger berühmt. Achtund­zwanzig Spiel­zeiten war er Gast in Bayreuth.

Doch auch in Strauss-Partien wie Ochs («Der Rosenkavalier»), Sir Morosus («Die schweigsame Frau») und La Roche («Capriccio») war er international viel gefragt. Sein breites Repertoire ­umfasste außerdem Partien wie Don Giovanni, Pizarro und Boris Godunow. Viele seiner Rollen­porträts sind auf CD dokumentiert. Immer wieder hat sich Theo Adam für die Moderne eingesetzt. Neben Bergs Wozzeck und Dr. Schön kre­ierte er bei der Uraufführung Dessaus Einstein, später in Salzburg Cerhas Baal und in Wien Kreneks Karl V. Seit 1972 ist Theo Adam als Regisseur hervorgetreten, seit 1979 hatte er eine Professur an der Dresdner Musikhoch­schule inne. Das letzte «Opernwelt»-Gespräch mit Theo Adam war anlässlich seines achtzigsten Geburtstages im ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2007
Rubrik: Magazin, Seite 25
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Pountney trägt Prada

Emmanuel Chabrier (1841-1894) ist dem Musikfreund durch die mitreißende Orchestervignette «España» und die leidlich lustige «Tristan»-Quadrille geläufig. Seine drei Jahre vor Offenbachs Tod in dessen Bouffes Pari­siens uraufgeführte Opéra-bouffe «L’Étoile» (Der Stern) blieb ewiger Geheimtipp: weit über Offenbach gestellt von Debussy, 1941 ausgegraben von Desormière...

Irrgarten der Liebe

Worin liegt das Geheimnis der ungebrochenen Wirkung von Mozarts drei Da-Ponte-Opern? Vor allem wohl in dem ungeschminkten Menschenbild, das Librettist und Komponist im Zusammenklang von Wort, Gesang, Szene und Musik entworfen haben. «Konflikte» – so Ivan Nagel über die funkelnde Theatralität dieser Partituren – «dürfen hier wie nie zuvor, nie seither, sich real...

Nichts ist mehr so, wie es früher nicht war

Die Wiener Staatsoper sei kein Haus wie jedes andere, meint Direktor Ioan Holender im Booklet dieser Aufnahmen. Unbestritten – wenngleich zwischen den Zeilen von Holenders Statement jene Führungsrolle mitschwingt, die Wien in der Musik- und Opernwelt gern beansprucht, die man aber in Berlin, London, Mailand, New York, Paris, auch München wahrscheinlich nicht...