Theaterglück fällt nicht vom Himmel
Seit 2010 leitet Gerard Mortier das Teatro Real in Madrid. Sein Ziel: Die spanische Hauptstadt soll von der Peripherie ins Zentrum der europäischen Opernlandschaft rücken. Doch die Bedingungen auf der iberischen Halbinsel haben sich dramatisch verschärft. Jeder fünfte Spanier ist arbeitslos, die öffentlichen Haushalte sind überschuldet, die Hoffnungen auf eine rasche Erholung geschwunden. Droht die Mission Mortier schon zu scheitern, bevor sie begonnen hat? Eine Zwischenbilanz.
Nach Madrid ist er eigentlich nur gekommen, weil die Amerika-Träume im letzten Moment platzten: Wegen der Finanzkrise konnte Gerard Mortier seine Pläne für die New York City Opera nicht realisieren – und übernahm 2010 stattdessen die Leitung des Teatro Real. Nach Lehrjahren in Deutschland setzte er in den achtziger Jahren als Intendant des Opernhauses La Monnaie Brüssel auf die europäische Opernkarte, während der Neunziger krempelte er die Salzburger Festspiele um. Anschließend brachte er als Gründungsintendant die Ruhrtriennale auf den Weg (2002-2004), danach ging er nach Paris. Ans Aufhören denkt der 68-Jährige noch nicht: Soeben hat er die Spielzeit 2012/13 in Madrid verkündet.
Herr Mortier, Spanien ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Auch im Jahr von Friedrich II. 300. Geburtstag bleibt es schwer zu fassen: das Ineinander von Vernunft und Verwüstung, Kunst und Kadavergehorsam, Schöngeistigkeit und Menschenverachtung, das zu seinem Preußen gehört. Wurde dieses Preußen – es ist eine alte Frage – in einer Kanonenkugel ausgebrütet? Oder doch in einem aufgeklärten Kopf? Schon als junger Mann wollte...
Nach den Komödien «Les Paladins» und «Platée» in den letzten beiden Spielzeiten hat die Deutsche Oper am Rhein ihren Rameau-Zyklus jetzt mit der 1737 entstandenen Tragédie en musique «Castor et Pollux» abgeschlossen. Rameau greift für den mythologischen Stoff der antiken Dioskuren die hybride Mischform der opéra-ballet auf, die Lully am Ende des 17. Jahrhunderts...
Nun ist sie also abgeschlossen, die neue «Ring»-Produktion an der Met: Zwar nimmt sich die «Götterdämmerung» in Robert Lepages Regie optisch abwechslungsreicher aus als die vorangegangenen drei Teile, doch die wunderlich-aufwändige, als «The Machine» bekannt gewordene Bühnenkonstruktion von Carl Fillion und seinem Team wirft nach wie vor mehr gestalterische...
