Teuflisch gut

Boito: Mefistofele am Teatro La Fenice Venedig

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Die Bühne ist fast leer. Nur ein Sessel, darin ein Mann in «Arbeitskleidung: Maske, winzige rote Hörner, Trainingsanzug. Der Titelheld. «KathoTV» zeigt unterdessen Bilder eines sterbenden Papstes, der irgendeinem heilbringenden Ritus vorsteht, und unsichtbare Chöre aus himmlischen Phalanxen, Cherubim und Pönitenten singen dem Herrn diverse Loblieder. In der neuen Inszenierung von Boitos «Mefistofele», die Moshe Leiser und Patrice Caurier für das Teatro La Fenice realisiert haben, sind die Geister nur reine Stimmen, die in der Dunkelheit widerhallen.

Dagegen zeigt sich der Teufel sogleich in seiner ganzen Körperlichkeit den Menschen, die bereit sind, sich seinen gefährlichen Schmeicheleien widerstandlos zu ergeben.

Der Abend ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil schildert den Abstieg in die Hölle nach der verhängnisvollen Begegnung zwischen Mephistopheles und Faust am Ostersonntag in Goethes Geburtsstadt auf der Tribüne eines Stadions inmitten des Fußballspiels einer lokalen Mannschaft (es ist die Eintracht» aus Frankfurt). Der Beginn von Fausts halluzinogenem «Trip» beginnt mit dem Blutpakt, der hier mit einem Schuss Heroin besiegelt wird, den der Teufel direkt in dessen ...

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Opernwelt Juni 2024
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Stefano Nardelli

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