Tand im Getriebe

Bartók: Herzog Blaubarts Burg ESSEN | AALTO-MUSIKTHEATER

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Nordrhein-Westfalen besichtigt in diesen Monaten «Herzog Blaubarts Burg» erstaunlich oft. Am Theater Hagen war Béla Bartóks Psycho-Kurzoper aus dem Jahr 1911 unlängst in einer fantastisch schlüssigen, unter die Haut gehenden Inszenierung von Francis Hüsers zu sehen (siehe OW 3/2022). Im Herbst 2021 kam das Stück in Düsseldorf auf die Bühne (Regie: Demis Volpi) – und im Mai 2022 zieht schließlich noch Wuppertal (Regie: Philipp Grigoryan) nach.

Am Aalto-Theater in Essen inszenierte nun Paul-Georg Dittrich dieses eindringliche Stück zwischen webender, brütender Spätromantik und aufbrechender, durch- und eindringender Moderne. Auf der großen Bühne ist mittig eine runde Fläche zu sehen, die durchgehend – ja, wirklich die ganze Zeit – langsam von einem halbtransparenten Vorhang umfahren wird. Auf diesem Vorhang erscheinen früh Videoprojektionen von Naturzerbröselungen und auch mal nackten Brüsten. Die kopflose Entblößte hält im Video die geschrumpfte und zappelnde Judith in der Hand. Judith hatte sich bekanntlich dem Herzog immer mehr aufdrängt, auf dass er alle –, ja, wirklich alle – Geheimnisse seines unheimlichen Schlosses (und seiner Vergangenheit) verraten möge. Doch schon allein ...

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Opernwelt April 2022
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Arno Lücker

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