Tagessieg
Das Neue altert schnell. Dennoch muss man vorsichtig sein, wenn man in einer Stadt wie Lüneburg einen Komponisten wie Paul Hindemith präsentiert, der einst als Bürgerschreck galt. «Neues vom Tage» hatte schon 1929 keinen nachhaltigen Erfolg – obwohl bei der Uraufführung Otto Klemperer am Pult stand. 1953 arbeitete Hindemith das Stück um, aber selbst eine englische Fassung konnten die «News of the Day» nicht reanimieren. Und Intendant Hajo Fouquet will in einem der kleinsten Drei-Sparten-Häuser Deutschlands schließlich seinen Einspielanteil von rund 25 Prozent verteidigen.
In Lüneburg verweist man darauf, dass man bei einem 8-Millionen-Euro-Etat die Besucherzahl über die Grenze von 100 000 (bei 72 000 Einwohnern) steigern konnte: Auch eine Premiere wie «Neues vom Tage» sollte funktionieren.
Der Hausherr griff als Regisseur auf die Urfassung zurück und präsentierte das Zeitstück als Zeitreise, temporeich und elegant die bloße Karikatur umgehend. Ein «Büro für Familienangelegenheiten» liefert bei Bedarf einen Scheidungsgrund, in Person des romantischen Schwerenöters Herr Herrmann. Der soll sich mit Laura in flagranti erwischen lassen, doch im Verlauf des Geschehens geht erst eine ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Magazin, Seite 81
von Rainer Wagner
Herr Brownlee, im vergangenen Jahr haben Sie sich in Seattle den Don Ottavio vorgenommen, gerade in der Münchner «Così fan tutte» den Ferrando – ein Rossini-Tenor auf dem Weg zu neuen Ufern?
Das kann man nicht ganz so sagen. Ich kehre zurück zu Mozart. Den Ferrando habe ich schon während meines Studiums gesungen. Okay, das ist 20 Jahre her ... Meine ersten beiden...
Wenn es tagt, dann wendet sich auch der König der Sonne zu. Der Helligkeit, der Kraft, der Erkenntnis. Ein finales Dur-Aufgischten markiert die Lösung des inneren Konflikts, die Läuterung, das Heraustreten aus dem bisherigen Sein – und den Gegenpol zur dunklen Verführung zuvor. Eine Apotheose, in Nürnberg allerdings ein kurzer Schreckensmoment. Ein Scheinwerfer...
Catherine Foster, bevor Sie Sängerin wurden, haben Sie als Hebamme gearbeitet. Macht Sie das zu einem geerdeten Menschen?
Vielleicht. In meiner Familie kam es auf einen soliden Beruf an, und Singen gehörte sicher nicht in diese Kategorie. Ich habe 257 Babys auf die Welt gebracht. Diesen Job aufzugeben war keine leichte Entscheidung. Als ich meine Kündigung zur Post...
