Stimmungswechsel

Die Kammeroper Schloss Rheinsberg zeigt eine Tucholsky-Revue und eine vitale «Carmen», Festivalchef Frank Matthus wird zum Ende der kommenden Saison dennoch gehen

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Auf den ersten Blick ist alles wie immer. Der Abend bleibt trocken, die tiefstehende Sonne taucht Schlosshof und See in surreales Licht, die «Carmen»-Premiere im Heckentheater kann unter freiem Himmel über die Bühne gehen. Trotzdem ist etwas anders. Frank Matthus, Künstlerischer Direktor der Kammeroper, wird 2018 gehen, nach nur vier Spielzeiten. Die Nachricht kam überraschend, und im Gespräch mit ihm merkt man, dass es ihn getroffen hat. Er wollte nicht, dass die Demission vor der Zeit bekannt wird. Eine Indiskretion, zu Beginn des diesjährigen Festivals lanciert.

 

Aber warum hört Matthus junior jetzt auf, hatte er die Leitung von seinem Vater, dem Festivalgründer Siegfried Matthus, doch erst 2014 übernommen? Konkret äußern will er sich dazu erst im Herbst. Aber spekulieren darf man schon jetzt. In Rheinsberg existierten 25 Jahre lang zwei Institutionen mehr schlecht als recht nebeneinander: Kammeroper und Musikakademie. Während die eine die Sommermonate bespielt, besetzt die andere die restliche Jahreszeit. Aber beide verfolgen das gleiche Ziel: Nachwuchskünstler – Musiker wie Sänger – zu fördern, ihnen Auftritte unter Konzert- bzw. Theaterbedingungen zu bieten. Grün waren sie ...

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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Magazin, Seite 118
von Udo Badelt

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