Geteilte Freude

Die Grange Park Opera ist umgezogen; die Sommeroper am Originalschauplatz heißt nun The Grange Festival, geleitet wird sie von Michael Chance

Opernwelt - Logo

Wer die Musiktheaterszene im Vereinigten Königreich verfolgt, weiß, dass zumindest ein Zweig der Branche kräftig austreibt: die «country house opera». Glyndebourne, das 1934 den Anfang machte, gibt bis heute den Ton an. Aber seit 1989 Garsington nachzog, haben allerhand andere Kompanien das Modell kopiert.

Dazu gehört auch die Grange Park Opera im Hampshire. Das Festival wurde 1998 von Wasfi Kani gegründet, die dafür ihren Posten in Garsington verließ und sich mit ihrer zupackenden Art rasch Respekt verschaffte – «Opernwelt» berichtete regelmäßig.

In den letzten Jahren überwarf Kani sich jedoch mit den Ashburtons, der alteingesessenen englischen Familie, der das halbverfallene Grange-Anwesen gehört. Offiziell ging es um Mietangelegenheiten. Wahrscheinlicher sind persönliche Differenzen – es ist kein Geheimnis, dass Kani zwar eine begnadete Macherin ist, mitunter aber auch brüsk und streitlustig auftritt.

Was immer vorgefallen ist: Mit dem Ende der Saison 2016 packte Kani alles ein, was nicht niet- und nagelfest war. Auch den Namen des Festivals nahm sie mit – warum den Nachfolgern etwas schenken? Und machte sich auf nach Surrey, wo sie, mit Geld und Genehmigungen gewappnet, noch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Magazin, Seite 102
von George Hall

Weitere Beiträge
Quo vadis?

«Le timbre d’argent», das ist eine kleine silberne Tischglocke – die in Camille Saint-Saëns’ gleichnamiger Oper fatale Wirkungen entfaltet. Wann immer der Maler Conrad sie bedient, findet er prompt Geld in Hülle und Fülle, bringt aber damit zugleich einen ihm nahestehenden Menschen um. Das Geld benötigt er für die schöne Tänzerin Fiammetta, über die er seine...

Wagners Welten

Wahrscheinlich können wir die Ouvertüre nie mehr hören wie vorher, nachdem wir sie so gesehen haben. Wie Wagner zum Pomp des Meister-Themas juchzend ein Paket mit neuen Stiefeletten öffnet, wie er zum Holzbläsergegackere mit Franz Liszt vierhändig die Tasten schlägt, wie dann kleine Wagners aus dem Flügel klettern, Cosima in einem Migräneanfall die Musik anhalten...

Allgemeine Verunsicherung

Es gibt da dieses Ensemble Ende des ersten Akts von Rossinis «Barbiere di Siviglia» – «Mi par d’esser con la testa» –, in dem die Beteiligten ihrer heillosen Verwirrung und Überforderung Luft machen. Unser aller Gedanken zum Thema Brexit könnte man getrost mit derselben Melodie unterlegen: Was auf die britische Opernszene zukommt, weiß der Himmel. Gewiss ist nur,...