Foto: Bregenzer Festspiele/Katharina Fa
(Auto-)Suggestion im Feuchtgebiet
Als gewichtige dramaturgische Instanz steht der himmlische Wetterbeauftragte Petrus an den Seebühnen-Spieltagen immer im Zentrum des Bregenzer Interesses. Ein künstlerisch und administrativ allerdings leider nicht befriedigend kontrollierbarer Faktor.
So kursierte in den Stunden vor der «Carmen»-Premiere, als sich von Südwesten her drohend Wolkenberge türmten, realistischerweise nicht die Prophezeiung «Schönwetter», sondern bloß die bange Frage: Zieht die Gewitterfront weiter vorbei oder trifft sie punktgenau die Südostecke des Bodensees? Nun, sie zog knapp vorbei und führte für die zwei ersten Opernakte heftigen Regen mit sich. Von den 6000 Zuschauern im Areal – Schirme sind hier verpönt – flohen vor der Dauernässe höchstens ein paar Dutzend. Nach der gut zweistündigen Vorstellung (man erlebte «Carmen» mit nicht nur auf die Dialoge beschränkten, schwer zu verschmerzenden Kürzungen) bedankten sich die Veranstalter per Lautsprecher für die Durchhaltefähigkeit des Publikums – Vorarlberger Charme.
Einige ältere Festspielbesucher erinnern sich an abgebrochene oder in das Provisorium des geschlossenen Festspielhauses versetzte Aufführungen (dem Schreiber dieser Zeilen passierte das in ...
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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Hans-Klaus Jungheinrich
Frau Rebeka, Sie haben unter anderem in Pesaro studiert. Kommt man damit automatisch zu Rossini?
Nein. Ursprünglich wollte ich niemals Rossini singen. So viele Noten! So komplizierte Verzierungen! Rossini ist trotzdem ein Schicksalskomponist für mich. Meine erste Bühnenerfahrung war in Parma ein «Barbiere di Siviglia» für Kinder. Ich wusste, dass die Accademia in...
Auch im Bereich des Musiktheaters haben die Feiern zu 100 Jahren Unabhängigkeit in Finnland ihren Niederschlag gefunden. Thematisch passend, gab es beim Opernsommer in Kokkola die finnische Erstaufführung von Giacomo Meyerbeers «L’étoile du nord» (Der Nordstern). Die Sopranistin Anu Komsi, Leiterin der Kompanie, war durch Veijo Murtomäki, Professor für...
Hundert Jahre Unabhängigkeit Finnlands, 50-jähriges Jubiläum der Wiederbelebung des Festivals, 30 Jahre ausländische Gastspiele – bei Savonlinnan Oopperajuhlat 2017 gab es zureichende Gründe zu feiern. Auch deshalb, weil Jorma Silvasti einerseits dem Prinzip treu geblieben ist, die Opernfestspiele dezidiert als Sprungbrett für den talentierten sängerischen...
