Sternstunden eines Ensembletheaters
Die Deutsche Oper am Rhein ist mit Recht stolz auf ihre Tradition als Ensembletheater. Viele ihrer Sänger haben internationale Karrieren gemacht und sind trotzdem ihrem Stammhaus treu geblieben. Nicht alle freilich konnten sich ausreichend auf Tonträgern verewigen. Deshalb waren die Vorstellungen in Düsseldorf wie in Duisburg für «Piraten» von jeher beliebte Objekte der Begierde. Der jetzige Intendant Tobias Richter hat die Bedürfnisse der Fans richtig erkannt und beantwortet die illegalen Veröffentlichungen statt mit dem Justitiar mit eigenen Initiativen.
Zwei hauseigene Publikationen italienischer Opern sind anzuzeigen und eine auszugsweise Gegenüberstellung zweier «Elektra»-Aufführungen bei Orfeo.
Wer am 22. Januar 1978 die Düsseldorfer Premiere des «Trovatore» miterleben konnte, hat sein Geld bestimmt nicht zum Fenster hinausgeworfen. Das war eine Verdi-Vorstellung comme il faut, musikalisch knisternd von der ersten bis zur letzten Minute und wesentlich spannender als die viel prominenter besetzten Karajan-Aufführungen aus der gleichen Zeit. In Alberto Eredes Dirigat verbindet sich gute alte italienische Kapellmeistertradition mit einem hohen Maß an Spontaneität, und ...
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Wie sich die Zeiten geändert haben! Heutzutage geben viel versprechende junge Komponisten das Notenschreiben auf. Und werden Dirigenten, wie Giuseppe Sinopoli. Vor hundert Jahren ging das rumänische Geigenwunderkind George Enescu den umgekehrten Weg. 1893, mit zwölf, macht er in Wien sein Diplom und beginnt dann in Paris auch Komposition zu studieren, zuerst bei...
Herr Domingo, Sie nehmen in diesen Wochen unter der Leitung von Antonio Pappano den kompletten «Tristan» auf – nach über vierzig Bühnenjahren und fast neunzig Opern-Gesamtaufnahmen. Was treibt einen Sänger, der es sich mit Konzerten und Galas viel leichter machen könnte, zur schwierigsten Partie des gesamten Tenorfachs?
Eben die besondere Herausforderung. Und die...
Man muss es nicht so drastisch formulieren wie Gerard Mortier. Der Intendant in Brüssel, Salzburg und jetzt in Paris sah sich und seine Kollegen als Täter: «Jahrelang haben wir so genannten Opernintendanten wie die Vampire frisches Lebensblut gesogen aus der Film- und Schauspielregie.» Nicht immer brachten diese Blutübertragungen den erhofften (Über-)Lebenssaft,...
