Sternstunden eines Ensembletheaters
Die Deutsche Oper am Rhein ist mit Recht stolz auf ihre Tradition als Ensembletheater. Viele ihrer Sänger haben internationale Karrieren gemacht und sind trotzdem ihrem Stammhaus treu geblieben. Nicht alle freilich konnten sich ausreichend auf Tonträgern verewigen. Deshalb waren die Vorstellungen in Düsseldorf wie in Duisburg für «Piraten» von jeher beliebte Objekte der Begierde. Der jetzige Intendant Tobias Richter hat die Bedürfnisse der Fans richtig erkannt und beantwortet die illegalen Veröffentlichungen statt mit dem Justitiar mit eigenen Initiativen.
Zwei hauseigene Publikationen italienischer Opern sind anzuzeigen und eine auszugsweise Gegenüberstellung zweier «Elektra»-Aufführungen bei Orfeo.
Wer am 22. Januar 1978 die Düsseldorfer Premiere des «Trovatore» miterleben konnte, hat sein Geld bestimmt nicht zum Fenster hinausgeworfen. Das war eine Verdi-Vorstellung comme il faut, musikalisch knisternd von der ersten bis zur letzten Minute und wesentlich spannender als die viel prominenter besetzten Karajan-Aufführungen aus der gleichen Zeit. In Alberto Eredes Dirigat verbindet sich gute alte italienische Kapellmeistertradition mit einem hohen Maß an Spontaneität, und ...
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Musikalisch ist dieser «Eugen Onegin» top. Roman Kofman hält sein Beethoven Orchester zu koloristischer Detailgenauigkeit an, der leicht dunkel getönte Sopran der 29-jährigen, ihr West-Debüt absolvierenden Irina Oknina gibt Tatjana reizvollen Umriss, Peter Danailov (Onegin) zeigt nach betont maskulinen Verdi-Partien überraschend weiche Facetten in Gesang und...
Eigentlich müssten die dunklen, ungreifbaren Ängste der Mélisande und ihres Schwagers Pelléas in Palermo, wo die ungreifbare Mafia herrscht, auf eine gewisse Seelenverwandtschaft treffen: Nichts ist gewiss, aber alle wissen es. Gewiss ist nur, dass der derzeit mächtigste Boss Bernardo Provenzano seit mehr als vierzig (!) Jahren unauffindbar ist, obwohl er in...
Ein gutes Jahr noch, dann gehen die alten Lotsen von Bord. Zum Ende der Spielzeit 2005/06 werden Sir Peter Jonas und Zubin Mehta Münchens Musiktheater-Flaggschiff an Christoph Albrecht und Kent Nagano übergeben. Was den designierten Generalmusikdirektor betrifft, scheint die Vorfreude schon jetzt hohe Wellen zu schlagen. Zwar war Bayerns Kapitale zu Naganos...
