Starttheater für den Markt
In der stattlichen Diskografie von Puccinis «Madama Butterfly» nehmen die Produktionen der EMI vordere Plätze ein. Fast unerreicht in ihrem unsentimentalen, fast schroffen Habitus ist Gianandrea Gavazzenis Mono-Einspielung von 1954 mit Victoria de los Angeles und Giuseppe di Stefano. Herbert von Karajans klangsinnlichere Version aus dem folgenden Jahr, mit Maria Callas und Nicolai Gedda, hat ebenfalls Referenzcharakter. 1966 setzte Sir John Barbirolli mit Renata Scotto und Carlo Bergonzi für die Stereo-Ära neue Maßstäbe.
An diesen Vorgängern misst sich selbstbewusst die jüngste Produktion der Firma, die zum 150. Geburtstag Puccinis in Rom entstanden ist. Statt eine Aufführung live mitzuschneiden und hinterher technisch zu frisieren, was heute der Regelfall ist, lässt EMI die große Tradition der Studioaufnahmen neu aufleben und versucht gleichzeitig die Ära der großen Sänger von damals heraufzubeschwören. Mit Angela Gheorghiu und Jonas Kaufmann (der hier an die Stelle von Gheorghius sonst obligatorischem Tenorpartner und Ehemann Roberto Alagna tritt) hoffte man wohl auch, dem verkaufsträchtigen Gespann Anna Netrebko und Rolando Villazón (Deutsche Grammophon) Paroli bieten zu können. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Dallas wird in der Popkultur gern als Hauptstadt der Öl-Barone porträtiert. Ganz im Gegensatz zu diesem Klischee hat der vom Öl herrührende Reichtum aus Dallas während der letzten Jahre zunehmend eine Kulturstadt gemacht. Nicht erst mit dem Morton H. Meyerson Symphony Center, entworfen von dem berühmten Architekten I. M. Pei, mit dem Kimball Art Museum und unlängst...
Bis heute ist er umstritten. In Jürgen Kestings neuer, zweieinhalbtausend Seiten umfassender Ausgabe von «Die großen Sänger» sind Max Lorenz gerade mal eineinviertel Seiten gewidmet. Unter der Überschrift «Hitze und Hysterie» heißt es, sein Singen habe «den Charme des Kasernentons». Und dann wird Hitlers Parade-Siegfried mit einem einzigen Satz vernichtet: «Es gibt...
Das letzte Jubiläum hatte es in sich. Als vor knapp einem halben Jahrhundert der 300. Geburtstag Georg Friedrich Händels gefeiert wurde, herrschte Aufbruchstimmung bei Opernhäusern, Interpreten und Schallplattenproduzenten. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Händels Opern auf den Spielplänen lediglich Randrepertoire, etliche Bühnenwerke des Komponisten lagen zudem...
