Starke Signale
Für mich zählen die Salzburger Festspiele zu den Pionieren in der Pandemie. Sie haben nicht nur frühzeitig ein Hygienekonzept erstellt, das als «Salzburger Modell» international zum Vorbild avancierte, sondern auch programmatisch Flagge gezeigt. Dass in diesem Rahmen Joana Mallwitz ihr absolut herausragendes Debüt absolvierte, als erste Dirigentin im Opernfach überhaupt, ist nur ein Höhepunkt unter vielen.
Ein starkes Signal ging zudem von Bayreuth aus: Während die Wagner-Festspiele 2020 abgeblasen wurden, startete Countertenor Max Emanuel Cenčić im «Markgräflichen Opernhaus» das neue Festival «Bayreuth Baroque». Die Aufführung von Porporas «Carlo il Calvo» mit ihm sowie Franco Fagioli, Julia Lezhneva und anderen wurde ein veritables Fest der Stimmen.
In seiner letzten Spielzeit als Staatsopern-Intendant in München hat zudem Nikolaus Bachler die Ärmel hochgekrempelt. Nur wenige Intendanten haben derart sichtbar und kraftvoll agiert wie er. Und dies in Bayern, wo im europäischen Vergleich mit die strengsten Corona-Auflagen herrschten. Zwar konnte er nicht verhindern, dass sein Start bei den Salzburger Osterfestspielen verschoben werden musste. Ein Blick nach Spanien zeigt jedoch, ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 102
von Marco Frei (NZZ, M&T, Berlin, Hamburg München)
Zunächst ist da die Trauer über die beträchtliche Anzahl an aktiven oder in den Ruhestand getretenen Künstlerinnen und Künstlern und Bühnenmitarbeiterinnen und Bühnenmitarbeitern der amerikanischen Opernhäuser, die wir in diesem bizarren, tragischen Jahr durch Covid verloren haben – darunter Kammersängerin Arlene Saunders und Dirigent Joel Revzen. Dann die traurige...
Ach, wie war es doch vordem / mit den Listen so bequem... Aber nichts ist mehr so, wie es einmal war, also auch nicht die übliche standardisierte Saison-Benotung aus Sichten, Einordnen, Nominieren, Zusammenzählen, Küren von Siegerinnen und Siegern.
Andererseits war ja auch nicht «nichts» in diesen verseuchten Monaten! Im Gegenteil: Man streamte und war plötzlich...
Der Kölner Opernskandal wurde in der Pandemie zum Glücksfall. Weil die Renovierung der Oper im Tempo des Berliner Flughafenbaus verläuft, spielt das Musiktheater weiter in der Ausweichspielstätte, dem Staatenhaus. Dort gibt es genug Platz, um trotz Abstandsgeboten ein romantisch besetztes Orchester in voller Stärke spielen zu lassen. So konnte die Kölner Oper...
