Stählerne Eleganz
Als David Gockley, der Generaldirektor der San Francisco Opera, bei Karita Mattila anfragte, ob sie die Emilia Marty in «Die Sache Makropulos» singen wolle, soll sie nur unter der Bedingung zugesagt haben, dass man Jirí Belohlávek als Dirigenten ans Haus hole. Mattila, so stellte sich heraus, lag gleich in zweifacher Hinsicht richtig: sowohl mit ihrer Entscheidung, die fulminante, höchst anspruchsvolle Partie zu übernehmen, als auch mit ihrem Beharren auf Belohlávek.
Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit erwies sich als uneingeschränkter Triumph – nicht nur für Mattila, die der Liste ihrer sängerischen und darstellerischen Erfolge eine weitere Rolle hinzufügte, sondern auch für die Kompanie, die sich in den zurückliegenden Spielzeiten recht schwer damit getan hatte, die Versprechen der neuen Leitung einzulösen.
Mit ihren Interpretationen der Titelheldinnen in «Jenufa» und «Katja Kabanova» hat sich Mattila bereits als eine der führenden Janácek-Interpretinnen einen Namen gemacht. Emilia Marty hingegen, jene energiegeladene Opernsängerin, die – Fluch oder Segen? – das Geheimnis ewiger Jugend besitzt, unterscheidet sich doch wesentlich von den unterdrückten, leidgeprüften Heroinen der ...
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Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Joshua Kosman
Windschief. Ungeduldig hingefläzt. Die Schiebermütze in den Nacken gedrückt rutscht Krzysztof Warlikowski auf dem Regiestühlchen hin und her, von dem er sich zur Begrüßung nur ganz kurz, für ein sehr müdes Lächeln, erhoben hat. Sein Tag sei schlecht gewesen, entschuldigt er sich. Die Proben zum «Rake’s Progress» von Strawinsky, die er an der Berliner Staatsoper...
Nach «Guillaume Tell» (1829) hat Rossini bekanntlich keine Opern mehr geschrieben und sich ins Privatleben zurückgezogen. Er fühlte sich künstlerisch ausgebrannt und wurde von verschiedenen Krankheiten geplagt. In den fast vier Jahrzehnten, die ihm noch zu leben blieben, betrieb er das Komponieren nur noch als Liebhaberei, schrieb neben geistlicher Musik zahlreiche...
«Adriana Lecouvreur» wurde 1902 in Mailand uraufgeführt, bevor sie zwei Jahre später in einer ersten Produktion an der Royal Opera Covent Garden zu erleben war. Die letzte dortige Aufführung vor David McVicars aktueller Neuproduktion datiert, man höre und staune, in das Jahr 1906 zurück. Überhaupt war «Adriana Lecouvreur», abgesehen von gelegentlichen Gastspielen...
