Verwirrender Aktionismus
Angesichts der landauf, landab grassierenden «Ring»-Neuinszenierungen hat es eine jede immer schwerer, sich als unverwechselbar zu annoncieren. Die jüngste Gemeinschaftsproduktion des Pfalzbaus Ludwigshafen und der Oper Halle (zugleich mit dem «Ring»-Gewinn hat diese den Verlust ihres Kindertheaters zu verbuchen) versucht’s mit dem originalen Richard-Wagner-Aus- und Anspruch «ein Ring fuer’s Volk».
Das bedeutete bei der «Rheingold-Premiere in Ludwigshafen konkret: ein reiches Angebot von Fan-Artikeln einschließlich eines gesamtdeutschen Weinsortiments mit «Ring»-Signet am Verkaufstisch; Fototermin im Foyer für alle Besucher, die sich anschließend auf der «Ring»-Website sehen wollten; stark ermäßigte Preise für Schülergruppen.
Die beliebte und kassensichere Tetralogie ist ein Wunschprojekt des Dirigenten Karl-Heinz Steffens, der seit drei Jahren die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und die Staatskapelle Halle leitet. Eine offene Rechnung mit Wagner hat aber auch Hansgünther Heyme, der szenografische Partner, eine der namhaften deutschen Regiepersönlichkeiten der Generation von Stein, Zadek und Peymann. Um ihn war es stiller geworden, bis er vor sechs Jahren Intendant in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Hans-Klaus Jungheinrich
Es ist äußerst verlockend, der These zu folgen, die Juan Batista Otero im Beiheft zu seiner Einspielung von Martín y Solers «Il sogno» entwickelt. Einen freimaurerischen Subtext vermutet der spanische Opernentdecker in der szenischen Kantate, die aller Wahrscheinlichkeit nach im August 1789 am Wiener Hof uraufgeführt wurde, und führt dafür eine ganze Anzahl...
Deutsche Saison in Paris: Mozarts «Zauberflöte» an den Bouffes du Nord (siehe Seite 14), an der Opéra Bastille wächst ein «Ring des Nibelungen» heran, der zweite Anlauf der Opéra National, nachdem ein ehrgeiziges Projekt mit den Regisseuren Peter Stein und Klaus Michael Grüber, damals noch im Palais Garnier, nach der «Walküre» abgebrochen wurde, weil angeblich der...
Beschaut man die Szene, wird die Erinnerung an Schubert wach: Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus. Losgelöst von den Menschen, schwebt Lucia Ashton – soeben hat sie den ihr aufgezwungenen Gatten Arturo gemordet – im blutbefleckten Hochzeitskleid die Treppe hinab in den Saal (Bühne: Robert Pflanz), besteigt den festlich gedeckten Tisch, liegt dort,...
