Verwirrender Aktionismus
Angesichts der landauf, landab grassierenden «Ring»-Neuinszenierungen hat es eine jede immer schwerer, sich als unverwechselbar zu annoncieren. Die jüngste Gemeinschaftsproduktion des Pfalzbaus Ludwigshafen und der Oper Halle (zugleich mit dem «Ring»-Gewinn hat diese den Verlust ihres Kindertheaters zu verbuchen) versucht’s mit dem originalen Richard-Wagner-Aus- und Anspruch «ein Ring fuer’s Volk».
Das bedeutete bei der «Rheingold-Premiere in Ludwigshafen konkret: ein reiches Angebot von Fan-Artikeln einschließlich eines gesamtdeutschen Weinsortiments mit «Ring»-Signet am Verkaufstisch; Fototermin im Foyer für alle Besucher, die sich anschließend auf der «Ring»-Website sehen wollten; stark ermäßigte Preise für Schülergruppen.
Die beliebte und kassensichere Tetralogie ist ein Wunschprojekt des Dirigenten Karl-Heinz Steffens, der seit drei Jahren die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und die Staatskapelle Halle leitet. Eine offene Rechnung mit Wagner hat aber auch Hansgünther Heyme, der szenografische Partner, eine der namhaften deutschen Regiepersönlichkeiten der Generation von Stein, Zadek und Peymann. Um ihn war es stiller geworden, bis er vor sechs Jahren Intendant in ...
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Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Hans-Klaus Jungheinrich
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