Verwirrender Aktionismus

Ludwigshafen: Wagner: Das Rheingold

Angesichts der landauf, landab grassierenden «Ring»-Neuinszenierungen hat es eine jede immer schwerer, sich als unverwechselbar zu annoncieren. Die jüngste Gemeinschaftsproduktion des Pfalzbaus Ludwigshafen und der Oper Halle (zugleich mit dem «Ring»-Gewinn hat diese den Verlust ihres Kindertheaters zu verbuchen) versucht’s mit dem originalen Richard-Wagner-Aus- und Anspruch «ein Ring fuer’s Volk».

Das bedeutete bei der «Rheingold-Premiere in Ludwigshafen konkret: ein reiches Angebot von Fan-Artikeln einschließlich eines gesamtdeutschen Weinsortiments mit «Ring»-Signet am Verkaufstisch; Fototermin im Foyer für alle Besucher, die sich anschließend auf der «Ring»-Website sehen wollten; stark ermäßigte Preise für Schülergruppen.

Die beliebte und kassensichere Tetralogie ist ein Wunschprojekt des Dirigenten Karl-Heinz Steffens, der seit drei Jahren die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und die Staatskapelle Halle leitet. Eine offene Rechnung mit Wagner hat aber auch Hansgünther Heyme, der szenografische Partner, eine der namhaften deutschen Regiepersönlichkeiten der Generation von Stein, Zadek und Peymann. Um ihn war es stiller geworden, bis er vor sechs Jahren Intendant in ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Hans-Klaus Jungheinrich

Weitere Beiträge
Belcanto im Dienste des Ausdrucks

Nach «Guillaume Tell» (1829) hat Rossini bekanntlich keine Opern mehr geschrieben und sich ins Privatleben zurückgezogen. Er fühlte sich künstlerisch ausgebrannt und wurde von verschiedenen Krankheiten geplagt. In den fast vier Jahrzehnten, die ihm noch zu leben blieben, betrieb er das Komponieren nur noch als Liebhaberei, schrieb neben geistlicher Musik zahlreiche...

Vom Körper her gedacht

Der ganze Körper zittert, bebt, vibriert: Brünnhilde platzt förmlich vor Energie bei ihrem ersten Auftritt. Mit lässigem Behagen prostet ihr Wotan zu, noch in sektlauniger Rückschau auf seine frisch gepaarten Wälsungenkinder befangen. Vorher hatte Sieglinde Siegmund den Wassertrunk aus ihren eigenen Händen gegeben. Der brüderliche Fremde schlürfte sie derart aus,...

Zweiter Anlauf

Das Glück ist immer woanders. Und welcher Ort würde die Ruhelosigkeit, die ständige Suche, das Unbehauste, Vorläufige besser symbolisieren als ein Flughafen? Konsequent also, dass Regisseurin Elisabeth Stöppler und Rebecca Ringst (deren Stuttgarter «Rosenkavalier»-Raum gerade zum «Bühnenbild des Jahres» gewählt wurde) in Dresden die neueste Oper von Hans Werner...