Spielarten des Grotesken

Sie ist eine Erzählerin, die das Lachen nicht verlernt hat. Mit «Esame di mezzanotte» ist Lucia Ronchetti eine genuine Oper jenseits postmoderner Beliebigkeit gelungen. Eine Annäherung auf Umwegen

Für ihre komische Oper «Esame di mezzanotte» entwarf Lucia Ronchetti eine mit Zitaten von Janequin bis Verdi gespickte, dramatisch wirkmächtige Partitur voll musikalischen Humors: Die auf Ermanno Cavazzonis Roman «Mitternachtsabitur» beruhende Groteske, in Auftrag gegeben vom Nationaltheater Mannheim, ist «Uraufführung des Jahres». Auch Beat Furrer schaut mit seinem neuen Stück nach Italien: «la bianca notte», komponiert für die Hamburgische Staatsoper, ist eine Meditation über den Dichter Dino Campana.

Pascal Dusapin erfüllte sich, von Brüssels Intendant Peter de Caluwe ermutigt, einen lang gehegten Traum: Kleists «Penthesilea» zu vertonen. Tableaus in schwerblütig-dunklen, spröden Farben. Drei Porträts

 

Schon Cicero wusste, dass gleich und gleich sich gern gesellt. Doch was auf den ersten Blick sich gleich geriert, passt nicht immer wirklich zusammen. Bei näherer Betrachtung kann sich der erste Eindruck sogar ins Gegenteil verkehren. Etwa wenn man sich mit den Komponistinnen Lucia Ronchetti und Unsuk Chin beschäftigt. Genauer: mit zwei Bühnenwerken, die auf eine innere Verwandtschaft zwischen ihnen zu deuten scheinen – «Esame di mezzanotte» und «Alice in Wonderland». Als ...

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Opernwelt Jahrbuch 2015
Rubrik: Uraufführung des Jahres, Seite 42
von Marco Frei

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John Allison
London

Opera, Sunday Telegraph

1.    Glass’ «The Trial», Music Theatre Wales am Royal Opera House...

Maßgeschneidert für den Betrieb

Etwas vom Besten, was Pascal Dusapin der Welt geschenkt hat, ist seine Klanginstallation «Mille plateaux», die 2014 bei den Donaueschinger Musiktagen vorgeführt wurde. Wer dieses audiovisuelle Kunstwerk aufsuchen wollte, musste eine Art Licht-Schleuse passieren und gelangte dann in einen rabenschwarzen Raum, wo ihn das Brausen eines mal stärkeren, mal schwächeren...

Wichtige Regisseure der Saison

Strauss’ «Daphne» (mit Agneta Eichenholz in der Titelpartie) verortet Christof Loy «in einem Klima kaum mehr nur latenter Gewalt und permanenter männlicher Brunft» (OW 4/2015). Was am Theater Basel zu besichtigen war, «kann man das Prinzip Loy nennen. Es ist das Prinzip Verknappung, das Prinzip Andeutung.»

«Die Sache mit der großen Liebe, der wahren, alles...