«Ich bin keine Stimm-Maschine!»
Wenn man Elena Sancho Pereg auf der Bühne der Düsseldorfer Rheinoper erlebt, vergisst man fast, dass sie singt. Zuallererst wird man gebannt von ihrem Spiel, ihrer faszinierenden Erscheinung. Erst dann registriert man die Qualität ihrer Stimme. In der Theaterwelt bezeichnet man eine solche Ausnahmebegabung auch als «Bühnentier». Der Begriff bezeichnet sehr treffend die Unmittelbarkeit der Überwältigung, derer solche «Tiere» fähig sind.
Und Elena Sancho Pereg gehört zu dieser raren Spezies – die Berufsbezeichnung «Sopranistin» greift bei der 1982 im baskischen San Sebastian geborenen Künstlerin zu kurz. Der zierliche Wirbelwind verleiht der Zerbinetta in Strauss’ «Ariadne» einen schillernden Charakter zwischen ausgelassenem Charme und der versehrten Traurigkeit eines Junkie-Girls. Sie breitet mit der größten Natürlichkeit eine magische Präsenz aus und gibt zudem noch artistische Einlagen. Als wäre es nichts, springt sie zu einem Spitzenton in den Spagat.
Und die Stimme? Sie funkelt verführerisch, springt mühelos in gefürchtete Höhenregionen und meistert die schwierigsten Koloraturen mit quecksilbriger Beweglichkeit, bleibt dabei makellos in der Spur. Alles scheint ihr ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Jahrbuch 2015
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 130
von Regine Müller
Strauss’ «Daphne» (mit Agneta Eichenholz in der Titelpartie) verortet Christof Loy «in einem Klima kaum mehr nur latenter Gewalt und permanenter männlicher Brunft» (OW 4/2015). Was am Theater Basel zu besichtigen war, «kann man das Prinzip Loy nennen. Es ist das Prinzip Verknappung, das Prinzip Andeutung.»
«Die Sache mit der großen Liebe, der wahren, alles...
Neue Oper – in den USA erlebt sie einen wahren Boom. Längst bringen Uraufführungen auch Kassenerfolge. Komponisten wie Jake Heggie, John Corigliano, Mark Adamo oder Kevin Puts sorgen für volle Häuser. Mit bekannten (Film-)Stoffen und einer tonal verankerten Musik, die in der avantgardegeprüften Alten Welt ziemlich alt wirkt. Antimoderner Reflex? Kotau vor dem...
Die Messestadt. Die Bankenstadt. Aber ist Frankfurt auch Opernstadt? Da zögert man, schiebt den Vergleich mit musiktheatralischen Hochburgen wie Wien, München oder Dresden doch lieber beiseite. Natürlich ist Oper in den ehemaligen großen Hoftheatern immer verankert gewesen. Beste Tradition. Hamburg (mit dem ältesten bürgerlichen Opernhaus Deutschlands) und Leipzig...
