Spannungen auf dem West-östlichen Diwan

Weder die Trias der großen Buffaopern noch die «Zauberflöte» stehen rund um Mozarts Geburtstag auf den Spielplänen der meisten Schweizer Opernbühnen. Diese konzentrieren sich entweder auf Mozarts Zeitgenossen oder sie experimentieren mit seinen kleineren Werken. Beruhigendes Fazit: Das Genie war auch ein Kind seiner Zeit. Eine Bestandsaufnahme in Lausanne, Luzern, Biel/Solothurn und Zürich

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Eric Vigié, Direktor der Oper in Lausanne, geht nicht den geradlinigen Weg durchs Mozart-Jahr. In einem dreifachen Programmschritt nähert er sich Mozarts «Così fan tutte». Die Inszenierung aus dem Piccolo Teatro in Mailand wird am Ende einer bunten Reihe von Veranstaltungen stehen. Der Einstieg auf der Bühne galt einem älteren, in Paris gefeierten Zeitgenossen, Fran­çois-André Danican Philidor. 1766, just im selben Jahre, als Mozart in Lausanne weilte, hob die Pariser Comédie-Italienne die überarbeitete Fassung von dessen Comédie-lyrique «Tom Jones» erfolgreich aus der Taufe.

Die moralisierende Komödie erzählt vom Findling Tom, der sich unstandesgemäß in die Tochter des verarmten Landjunkers Wes­tern verliebt, dessen Mündel er zu allem Elend ist, und der sich nach allerlei turbulenten Komplikationen als erb­berechtigter Neffe des begüterten Nachbarn entpuppt. Die ebenso heitere wie aufgeregte Komödie ist ein echtes Juwel, zumal in einer tempo- und slapstickreichen Inszenierung wie in der des französischen Komödienspezialisten Vincent Vittoz. Und vor allem: Die jungen Sänger zeigen sich in Lausanne nicht allein als brillante Interpreten von Arietten und Ensembles, sie können auch ...

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Opernwelt April 2006
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Hanspeter Renggli

Vergriffen
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Eher routiniert als inspiriert

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