Soundscapes
Dass Na’amer Zissers «Mamzer Bastard» in Hackneys Empire gegeben wird, ist kein Zufall: In diesem Ostlondoner Bezirk lebt die größte chassidische Gemeinschaft Europas. Die israelische Komponistin – Stipendiatin der Londoner Royal Opera und Guildhall School of Music – verquickt traditionelle chassidische Melodien mit dem eigenen Idiom. Auch das Libretto ihrer Schwägerin Samantha Newton und Schwester Rachel spiegelt in wiederkehrenden Textpassagen den rituellen Charakter. Mit Netanel Hershtik steht als David sogar ein echter Kantor auf der Bühne.
Der junge Orthodoxe Yoel wird vor seiner Hochzeit von Zweifeln geplagt. In der durch einen stadtweiten Stromausfall verursachten Finsternis rettet ihm ein Fremder das Leben. Er entpuppt sich als der totgeglaubte erste Ehemann von Yoels Mutter – Yoel wurde nach ihm benannt. Da diese erste Ehe der Mutter nie geschieden wurde, ist Yoel (und jeder seiner Nachkommen) ein «Mamzer» und darf eigentlich nicht heiraten. Er tut es trotzdem – und bricht damit den Bann.
Warum die Handlung auf das Drama des New Yorker Blackouts 1977 angewiesen ist, erschließt sich nicht recht. Das äußere Chaos (in Form verrauschter Radionachrichten) kann nicht darüber ...
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Eigentlich sollte die «Kacke», wie eine Presseagentur mit Feinsinn anmerkte, im nächsten Jahr so richtig «am Dampfen» sein. Denn dann wollte der amerikanische Rauschebart und Universalkünstler Paul McCarthy, bekannt durch seine Kapitalismuskritik sowie unter anderem durch seine (kapitalistisch grundierten) Pimmel- und Fäkal-Exzesse, den hippen Schwerpunkt für die...
Der Mann ist hier Mr. No, sogar Mister No-Go. Eine Namensverbotszone ist das, die von Kranzberg, Inn und den Ausläufern des Wilden Kaisers begrenzt wird. «Der Blogger» wird er in Erl nur genannt, erst recht vom Prinzipal. Überhaupt möchte sich Gustav Kuhn zur Affäre nicht äußern. «Das liegt bei den Anwälten», sagt er, um dann im persönlichen Gespräch ausgiebig vom...
Søren Kierkegaard war nicht nur ein begnadeter Philosoph und ausgefuchster Menschen(schwächen)kenner, er besaß zudem eine tiefe Neigung für die Kunst, speziell die Musik. Mit Blick auf den «Don Giovanni» prägte Kierkegaard in seinem geschichtsphilosophischen opus magnum «Entweder – Oder» den Begriff des «Sinnlich-Genialen» – nicht ohne einzuschränken, die...
