Zeitgenössische Vokalmusik aus 70 Jahren

Werke von Adriana Hölszky, Chaya Czernowin, Ondřej Adámek und Hans Werner Henze

Opernwelt - Logo

Die instrumentalen Partituren von Adriana Hölszky wirken mit ihren dauererregten, chaotisch zerfaserten Texturen immer schon wie ein Klangtheater, das sich mit surreal anmutenden Bildwelten seine eigene Szenerie schafft. Doch in Verbindung mit einer Bühneninszenierung werden noch einmal ganz andere Schichten freigelegt. So geschehen mit der Komposition «Roses of Shadow» für Sopran und Ensemble, die vor Kurzem von Martin Schläpfer für das Ballett am Rhein Düsseldorf/ Duisburg choreografiert wurde; Ausschnitte daraus sind im Internet zu sehen.


Der Bilderreichtum der Musik pur zeigt sich in der Aufnahme mit einem Instrumentalensemble unter der Leitung von Wen-Pin Chien und der mit allen Wassern zeitgenössischer Vokalkunst gewaschenen Sopranistin Angelika Luz. Das Werk, das einen Text nordamerikanischer Indianer mit einem Shakespeare-Sonett verknüpft, ist von hoher Einfallsdichte, die musikalische Rede reicht von der Empörung bis zur Groteske und kann auch unvermutet in Komik kippen. Das zweite Werk auf der technisch vorzüglich produzierten SACD ist «Message» nach Eugène Ionesco für drei Vokalisten mit Zusatzinstrumenten und Live-Elektronik. Die Aufnahme ist aus einem Guss und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Max Nyffeler

Vergriffen
Weitere Beiträge
Fern aller Klischees

Sie können sich freuen in München. Mit Vladimir Jurowski tritt ab der Spielzeit 2021/22 ein Dirigent der Extraklasse in die Fußstapfen von Kirill Petrenko als Musikchef der Bayerischen Staatsoper. Neuerlicher Beweis: der Live-Mitschnitt einer konzertanten Aufführung von Tschaikowskys «Pique Dame» in Tel Aviv – mit Jurowski am Pult des Israel Philharmonic...

Dass die Welt eine bessere werde

Mit der Uraufführung von Toshio Hosokawas Oper «Erdbeben. Träume» (siehe Seite 18) ist an der Oper Stuttgart nicht nur die Intendanz Jossi Wielers, sondern zugleich die Ära einer künstlerischen Kontinuität zu Ende gegangen – die des Regisseurs Jossi Wieler und des Dramaturgen Sergio Morabito, die das Haus für ein Vierteljahrhundert prägte. 36 gemeinsame...

Personalien | Meldungen August 2018

JUBILARE

Kathleen Battle stammt aus Portsmouth/Ohio und studierte am Cincinnati College-Conservatory of Music. Ihr Debüt als Solistin in Brahms’ «Requiem» 1972 beim Spoleto Festival unter der Leitung von Thomas Schippers markiert den Beginn ihrer Karriere. Drei Jahre später stand sie in Michigan erstmals auf einer Opernbühne (als Rosina in Rossinis «Barbiere di...