Sommernachtsträume
Ihre erste Saison als Künstlerische Leiterin des Wexford Festivals verlief für Rosetta Cucchi alles andere als optimal: Wegen der Pandemie wurden sämtliche Produktionen gecancelt. Erst in diesem Jahr konnte die italienische Regisseurin die meisten der 2020 geplanten Stücke, die zum Großteil um das Thema «Shakespeare» kreisten, präsentieren. Zwei Wermutstropfen: Die Säle durften nur zu 60 Prozent ausgelastet sein, die Orchesterbesetzungen mussten an die veränderten Regeln angepasst werden.
Das erste Stück auf der großen Bühne, als einziges vollszenisch aufgeführt, fiel allerdings nicht unter das Festival-Motto. 1886 an der Mailänder Scala uraufgeführt, ist Alfredo Catalanis «Edmea», hinter «La Wally», die zweite seiner sechs Opern, die sich im Repertoire behaupten konnte. Anders als Catalanis bekanntestes Werk ist es allerdings von überschaubarer Qualität. Schon das Libretto von Antonio Ghislanzoni mutet etwas diffus an; erst im dritten und vierten Akt verdichtet es sich zu dramaturgischer Logik. Die Geschichte, in gebotener Kürze: Ihres niedrigen sozialen Status wegen lehnt der Graf von Leitmeritz die junge und edle Edmea als Braut für seinen Sohn Oberto ab, während Ulmo sie ...
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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Magazin, Seite 78
von George Hall
Der Urknall gebiert erdfernen Nebel, aus dem Sterne und Galaxien in den Raum schießen. Die Videoprojektion während des Vorspiels zu Richard Wagners «Tristan und Isolde» am Nationaltheater Mannheim scheint die Tragödie des liebenden Paares zu einem kosmischen Weltendrama zu machen. Doch als sich der Vorhang hebt, landet man nach diesem Sehnsuchtsflug durchs All in...
Herr Hahn, sind Sie ein Wunderkind?
Nein, das glaube ich nicht. Der Begriff ist mir zwar des Öfteren schon begegnet, aber ich glaube, dass es viel mehr sogenannte Wunderkinder gäbe, wenn all jene immer auch die Möglichkeiten und Chancen und das Glück gehabt hätten, wie ich es hatte. Man muss im richtigen Moment die Möglichkeiten bekommen, diese Talente – ob das...
Fast in Sichtweite des Hafens von Barcelona, über den eine Gondelbahn von halbem Eiffelturm-Imitat zu halbem Eiffelturm-Imitat führt, befindet sich ein schönes altes, dickwandiges Gebäude, in dem die Sociedad General de Autores y Editores (SGAE) residiert. In Zusammenarbeit von SGAE und Òpera de Butxaca i Nova Creació konnte man hier Ende Oktober Teil einer...
