Sommernachts(alp)traum
Die Wände sind beschmiert mit Kunst, eine freizügige Gesellschaft schart sich um die Wirtin Nastassja: Anarchisten, Literaten, Lebenskünstler, Kiffer, zwei Nackte und ein Eisbär. In einem melancholischen Lied besingt Nastassja Mütterchen Wolga und das weite Land, das ihr (und den russischen Zeitgenossen von 1887) eine Freiheit symbolisiert, die unter dem repressiven Regime Alexanders III. mit Stiefeln getreten wurde.
Da aber die zaristische Zensur stets auf der Lauer war, verlegten Peter Tschaikowsky und sein Librettist, der Dramatiker Ippolit Schpaschinski, ihre Oper «Tscharodejka» («Die Zauberin») ins Nischni Nowgorod des 15. Jahrhunderts – eine kosmetische Maßnahme, welche die politische Brisanz des Stücks kaum kaschieren konnte.
«Tscharodejka» ist das letzte Teilstück eines Triptychons von Tschaikowsky-Opern, die von Tatjana Gürbaca an der Flämischen Oper Antwerpen/Gent inszeniert wurden. Und nach der großartigen Produktion des «Mazeppa» im Jahr 2009 erleben wir zum zweiten Mal ein wenig gespieltes Bühnenwerk, in dem Tschaikowsky ein Kapitel russischer Geschichte als Spiegel seiner eigenen Gegenwart aufschlug. Dass er dies nicht im Stile von Mussorgsky tat, versteht sich von ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Michael Struck-Schloen
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung,
Bühnenbild u. Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44, 0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
• Mozart, Le nozze di Figaro:
4. (P), 10., 17., 21., 25., 30.
(Bosch, Helle, Klaß)
• La...
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