Aussteiger und Einspringer
So hatte sich Met-Intendant Peter Gelb den Auftakt der neuen Spielzeit gewiss nicht vorgestellt: James Levine musste wegen seiner angeschlagenen Gesundheit sämtliche Dirigate für die nächsten Monate absagen. So avancierte der jüngst immer wieder für den populären Musikchef eingesprungene Fabio Luisi zum Principal Conductor des Hauses. In dieser Eigenschaft übernahm Luisi nun auch die beiden Oktober-Premieren – «Siegfried» und «Don Giovanni» (wobei er Mozarts Oper aller Opern zum ersten Mal überhaupt dirigierte).
Auch auf die Besetzungslisten war kein Verlass, eine Überraschung jagte die andere. Mariusz Kwiecien, ein bewährter Don Giovanni, zog sich auf der Generalprobe eine Rückenverletzung zu, so dass in den ersten drei Vorstellungen Peter Mattei – unter allgemeinem Beifall – die Rolle sang, obwohl die Produktion ursprünglich explizit auf den polnischen Bariton zugeschnitten war. Damit nicht genug: Ex-Bariton Gary Lehmann, der als Siegfried angekündigt war (und inzwischen in die Tristan-Fußstapfen Ben Heppners getreten ist), ließ sich wenige Tage vor der Premiere ebenfalls als «erkrankt» entschuldigen. Ihn ersetzte Jay Hunter Morris, der – obschon an der Met bislang erst durch ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von David Shengold
Die Zeitgenossen waren sich einig, dass ein Fluch über dieser Oper schwebt. Erst hinderte der Tod den Komponisten Jacques Offenbach 1880 an der Vollendung seiner «Contes d’Hoffmann», dann brannte bei der Wiener Erstaufführung die Hofoper nieder, einige Jahre später auch der Ort der Uraufführung, die Pariser Opéra-Comique. Immer ging wertvolles Aufführungsmaterial...
Wenigstens einmal im Leben wollte sie auf die Marathonstrecke. Wie sich ein Frauenautomat anfühlt, das hat Diana Damrau zwar vor zwölf Jahren schon einmal in Mannheim ausprobiert. Doch Olympia und Antonia und Giulietta und Stella, dieses Viererpack schulterte der Weltstar aus Günzburg nun erstmals an der Bayerischen Staatsoper. Kein Fall für die Regie-, wohl aber...
Gleich sein erster Fall, «Venezianisches Finale», führte Commissario Brunetti in die Oper, womit seine Schöpferin Donna Leon sich a priori als Liebhaberin dieses Genres outete. Bei diesem im legendären Fenice angesiedelten Plot ging es freilich um eine Aufführung von Verdis «La traviata», während die Spezialität der Leon eigentlich Händel ist. So kommt sie denn...
