Sommer, Herbst und Winter

Lorraine Hunt Lieberson, Anne Sofie von Otter, Axelle Gall: drei neue Einspielungen von Berlioz’ «Les Nuits d’été»

Opernwelt - Logo

Hector Berlioz hat sechs Lieder auf Texte von Théophile Gautier unter dem Titel «Les Nuits d’été» zum Zyklus zusammengefügt und zunächst für (mehrere!) Singstimmen und Klavier komponiert, dann erst orchestriert. Die Orchesterfassung hat sich letztlich durchgesetzt, da Berlioz ein großer Klangfarbenzauberer war und zum Klavier eine eher gestörte Beziehung hatte. Heute wird dieser Zyklus in der Regel von einer einzigen Stimme bestritten, vorzugsweise von einem Mezzosopran.

Das Angebot an hochwertigen Aufnahmen auf CD ist so groß, dass jede neue Einspielung erst einmal ihre Notwendigkeit unter Beweis stellen muss.

Eine Lücke füllt der erst jetzt publizierte Mitschnitt zweier Konzerte mit Lorraine Hunt Lieberson aus den Jahren 1991 und 1995, der den Liedern von Berlioz barocke Arien von Händel gegenüberstellt, die ja eine Domäne der früh verstorbenen Sängerin waren. Hunt Lieberson führt ihren in der Mittellage opulenten und in der Höhe leuchtkräftigen Mezzo mit großer Schlankheit, hoher Musikalität und sicherem Stilgefühl. Die Stimme strahlt bei Berlioz die geforderte Wärme und Sinnlichkeit aus, zeigt Geschmeidigkeit in den heiteren, Passion in den ernsten Gesängen. Bei Händel dann ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 23
von Ekkehard Pluta

Weitere Beiträge
Glück mit den Interpreten

Sie hatten sich gesucht und gefunden: der erfolgreiche Komponist und umtriebige Opern-Manager Gian Carlo Menotti und der nicht weniger umtriebige Weltklasse-Tenor Plácido Domingo, der später auch ein erfolgreicher Manager werden sollte. Sie waren verbunden durch das gemeinsame künstlerische Credo: Oper ist zum Singen da. Bei einem Abendessen während des Edinburgh...

Freispruch erster Klasse

Gefällig, leicht verdaulich, attraktiv und preiswert. So lautete der Tenor der Kritik zum «Don Giovanni», den Peter Mussbach 2006 in der Mailänder Scala auftischte. Damals war Donna Elvira in jenem draufgängerischen Tempo, mit dem Gustavo Dudamel am Pult die gestutzte Partitur durcheilte, auf einer weißen Vespa in einer öden Bühnenvorstadt vorgefahren. Den...

Erstes Haus, zweite Wahl

Im Mai 2010 wurde sie wie ein Staatsakt gefeiert – die Wiedereröffnung des Teatro Colón in Buenos Aires. Doch schon kurz nach dem weltweit beachteten Paukenschlag breitete sich am größten und bekanntesten Opernhaus Südamerikas wieder jener lähmende Krämergeist aus, der einen nachhaltigen künstlerischen Aufschwung blockiert. Schon Ende 2010 warfen Streiks alle Pläne...