Solo für eine Unberührbare
Hofmannsthals «Arabella» ist aus dem Stoff, aus dem man auch gute Hollywood-Filme macht. George Cukor hätte das mit der jungen Ingrid Bergman geschmackvoll inszeniert, und der alte Richard Strauss selbst wäre sich sicher nicht zu gut gewesen, den Soundtrack dazu zu liefern. Es ist also gar nichts dagegen einzuwenden, dass Alexander von Pfeil bei seiner Einstandsinszenierung an der Deutschen Oper die «Lyrische Komödie» gezielt in ein gesungenes Kino-Melodram übersetzt.
Allerdings nicht in einen nostalgischen Kostümschinken, sondern in einen Film der so genannten «Schwarzen Serie». Die Waldners sind bei ihrem sozialen Abstieg «ganz unten» angekommen, hausen in einer Tiefgarage zwischen Gangstern und Zuhältern.
Der Regisseur und sein Bühnenbildner Bernd Damovsky haben das ehemalige Michigan Theatre in Detroit, später zum Parkhaus umgebaut, als einheitlichen Schauplatz gewählt, der als Ort der Tristesse und Verlassenheit hinlänglich brauchbar ist, als «Ikone für Verfall von Kultur» (Pfeil) aber nicht taugt, da der deutsche Zuschauer mit diesem Bau nichts verbindet.
Das Interesse der Regie konzentriert sich auf die Figur der Arabella, die sich hier aus der Erbärmlichkeit ihrer ...
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