Solo für eine Unberührbare
Hofmannsthals «Arabella» ist aus dem Stoff, aus dem man auch gute Hollywood-Filme macht. George Cukor hätte das mit der jungen Ingrid Bergman geschmackvoll inszeniert, und der alte Richard Strauss selbst wäre sich sicher nicht zu gut gewesen, den Soundtrack dazu zu liefern. Es ist also gar nichts dagegen einzuwenden, dass Alexander von Pfeil bei seiner Einstandsinszenierung an der Deutschen Oper die «Lyrische Komödie» gezielt in ein gesungenes Kino-Melodram übersetzt.
Allerdings nicht in einen nostalgischen Kostümschinken, sondern in einen Film der so genannten «Schwarzen Serie». Die Waldners sind bei ihrem sozialen Abstieg «ganz unten» angekommen, hausen in einer Tiefgarage zwischen Gangstern und Zuhältern.
Der Regisseur und sein Bühnenbildner Bernd Damovsky haben das ehemalige Michigan Theatre in Detroit, später zum Parkhaus umgebaut, als einheitlichen Schauplatz gewählt, der als Ort der Tristesse und Verlassenheit hinlänglich brauchbar ist, als «Ikone für Verfall von Kultur» (Pfeil) aber nicht taugt, da der deutsche Zuschauer mit diesem Bau nichts verbindet.
Das Interesse der Regie konzentriert sich auf die Figur der Arabella, die sich hier aus der Erbärmlichkeit ihrer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Giselher Klebe gehörte zwischen 1960 und 1980 zu den herausragenden Vertretern der so genannten Literaturoper. Zwölf Bühnenwerke hat der seit 1957 in Detmold ansässige Komponist bis 1983 zur Uraufführung gebracht, als Nachzügler folgte 1995 noch «Gervaise Macquart» (OW 1/96). Seither ist es um den früher viel gespielten Komponisten still geworden. Detmold hat...
Herr Klebe, Sie haben eine Oper über Balzacs «La Peau de Chagrin», einen der Romane der «Comédie humaine», komponiert. Wie kam es zur Wahl dieses Stoffs?
Es ist jetzt fast fünfzig Jahre her, seit ich «Die tödlichen Wünsche» geschrieben habe. Ich habe damals mit meiner Frau zusammen sehr viel Balzac gelesen und war spontan überzeugt, dass das ein Opernstoff wäre....
Die 1970 in Berlin geborene New Yorkerin Audra McDonald ist ein Phänomen. Fünfmal war die Sängerin bereits wegen ihrer Auftritte in diversen Broadway-Produktionen für einen Tony Award nominiert. Und zwar nicht nur als Musical-Diva, sondern auch als Schauspielerin im Sprechtheater. Und viermal hat sie den Preis bisher nach Hause tragen können. Ein einmaliger Rekord,...
