Skelett-Ballett
Freuen wir uns darüber, dass die Komische Oper Berlin wieder einen Generalmusikdirektor hat, der Akzente setzen kann. Der «Don Giovanni», den James Gaffigan dirigiert, ist frisch, elegant, dramatisch, dabei nie effektheischend; das Orchester des Hauses orientiert sich an den Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis, verzichtet weitgehend auf Vibrato, phrasiert sorgfältig, artikuliert bewusst. Dennoch wird hier nie das Schild «historische Informiertheit» vor sich hergetragen.
Wie an diesem Abend Mozart gespielt wird, ist beispielhaft für einen Stil, der sich vom sogenannten Originalklang inspirieren lässt und dennoch nicht die Identität eines klassischen Symphonieorchesters verleugnet. Seinem Ruf, der stilistisch beweglichste Klangkörper Berlins zu sein, wird das Orchester der Komischen Oper unter Gaffigan wieder einmal gerecht.
Hinzu kommt ein starkes, gleichmäßig besetztes Sängerensemble: Der Don Giovanni von Hubert Zapiór ist von jugendlicher Eleganz, fein resonierend, mit einer Anmutung von nahezu tenoralem Schmelz. Bei Zapiór geschieht die Verführung mit Subtilität und Hinterlist. Tommaso Barea ist ihm ein ähnlich jugendlicher Diener Leporello, dröhnender in der Stimme ...
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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Clemens Haustein
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Seine letzte Regiearbeit war vielleicht seine schwierigste. Nachdem Romeo Castellucci und das Théâtre La Monnaie ihre Zusammenarbeit beendet hatten, weil man sich nicht über Budgets und/oder inhaltliche Fragen einigen konnte, sprang Pierre Audi couragiert ein und inszenierte die beiden letzten Teile von Wagners «Ring». Und wie es seiner Art, Kunst zu denken und sie...
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