Sirenen und Schlachtrösser
Auch Sammler historischer Gesangsaufnahmen, die schon (fast) alles zu besitzen glauben, können auf dem quantitativ immer mehr expandierenden Markt ständig neue Entdeckungen machen. Das englische Budget Label Dutton hat nun unter dem Titel «The lighter side of Emmy» eine Sammlung von Schmonzetten publiziert, die für den Geschmack der zwanziger Jahre nicht untypisch waren.
Schumanns «Träumerei» und Tschaikowskys «Nussknacker» in Vokalarrangements, Gefühliges von Grieg und Rubinstein, sentimentale Gesänge von Eulenburg, Granichstädten und Benatzky, dazu das unvermeidliche Vilja-Lied. Dass man sich an dieser Kost nicht den Magen verdirbt, dass man vielmehr gar nicht genug davon bekommen kann, liegt allein an der Interpretin. Der Gesang der andernorts mit schönen Mozart-, Wagner und Verdi-Aufnahmen dokumentierten Emmy Bettendorf (1895-1963) ist sirenengleich betörend, und man müsste sich schon wie die Gefährten des Odysseus die Ohren mit Wachs verstopfen, um dem Kitsch nicht zu erliegen.
Mafalda Favero (1903-1981) war auf das Rollenfach der femme fragile spezialisiert, erfolgreich nicht nur in den Opern Puccinis und der Veristen, sondern auch als Traviata, Massenets Manon und in einigen ...
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Diesmal konnte sich Staatsopern-Intendant Sir Peter nicht mit den Federn einer Münchner Händel-Erstaufführung schmücken, denn schon 1977 wagte sich das Gärtnerplatz-Theater an das Dramma per musica «Alcina». Auch die Inszenierung Christof Loys war bereits vor drei Jahren in Hamburg zu sehen (siehe OW 4/2002). Doch welch ein frischer Zauber wehte durch diese...
Wer eine zyklische Aufführung von Richard Wagners «Der Ring des Nibelungen» besucht hat, kennt sicher das Gefühl: Von Abend zu Abend wird man stärker in das Geschehen auf der Bühne hineingezogen. Die Figuren des Weltendramas erscheinen einem immer vertrauter: Wotan, Fricka, Brünnhilde, Siegmund und Sieglinde, Siegfried und Brünnhilde – alles gute Bekannte....
Schon vor zwei Jahren hat Regisseur Alexander Schulin mit Donizettis «Liebestrank» in Nürnberg zum Saisonende einen Höhepunkt gesetzt. Waren dabei Leichtigkeit und szenischer Witz zu bewundern, so sind es jetzt bei «Lucia di Lammermoor» der tiefe Ernst und die Glaubwürdigkeit, die es sonst so schwer haben bei einem Stoff voller Konventionen, die uns fremd...
