Sinnliches und Übersinnliches
Der Titel dieses kleinen, feinen Bandes führt, wiewohl absichtsvoll, in die Irre. Richard Wagner war vieles, ein Anthroposoph war er gewiss nicht. Udo Bermbach will ihm derlei Weltsicht auch keineswegs andichten. Sein plausibler Angang in der Studie «Der anthroposophe Wagner» zeigt vielmehr einen Sonderweg in Sachen Wagner-Rezeption und beleuchtet den Gesamtkunstwerker und dessen Œuvre aus Sicht der zu Beginn des 20. Jahrhunderts populären Geisteswissenschaft mit spirituell-übersinnlichem Überbau namens Anthroposophie.
Insbesondere das, was Rudolf Steiner, der Vater der Bewegung, über den Komponisten dachte und schrieb, interessiert den kundigen Wagner-Forscher Bermbach.
Sein Blick ist so präzise wie aufschlussreich. Er zeigt – über die Tatsache hinaus, dass sie sich für ihre Zwecke beide einen Tempel errichten ließen (Wagner das Bayreuther Festspielhaus, Steiner das Dornacher Goetheanum) und, wenngleich in unterschiedlichem Grad, antisemitisch gesinnt waren – weit mehr Parallelen zwischen diesen beiden «Schöpfern» auf, als man gemeinhin denken sollte, ohne aber die Unterschiede unter den Teppich zu kehren. Bereits im Vorwort zitiert Bermbach dazu den Steiner-Biographen Heiner ...
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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: BUCH des Monats, Seite 29
von Jürgen Otten
Auch ausgewiesene Kenner von Gaetano Donizettis reichem Opernschaffen dürften von einer Opera buffa mit dem Titel «Le nozze in Villa» noch nie etwas gehört haben, einem Frühwerk des Komponisten, das nach der Uraufführung in Mantua (1819) und Reprisen in Treviso und Genua offenbar ganz in der Versenkung verschwand. Ein Autograph der Partitur war nicht mehr...
Am Ende war der Jubel groß. Wieder einmal hatte Frankfurts Intendant Bernd Loebe mit Mut zum Wagnis sein Publikum überwältigt. Und das mit einem Stück des hierzulande sträflich unterschätzten Nikolai Rimsky-Korsakow, das selbst die Kenner und Liebhaber dieses größten russischen Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts noch nie auf der Bühne sehen durften. An diesem...
Was wohl besser ist? Mit zwei Dutzend Mitbewerbern im Treppenhaus Schlange zu stehen vor der Mietwohnung respektive vor dem Makler, in der Tasche Lebenslauf und Kapitalnachweis? Oder nach der gleichen Warterei (und dem «ordentlichen» Schmieren der Verantwortlichen) ein Objekt zugeteilt zu bekommen, um schließlich im Plattenbau am Stadtrand zu landen? Ob Russland...
