Sinnfälliges Doppel
Normalerweise siegt im Märchen das Gute über das Böse, und der Held bekommt die Prinzessin. In «Der Schatten» von Hans Christian Andersen ist es umgekehrt – und genau das hat den schwedischen Komponisten Hans Gefors zu der Kammeroper «Schattenspiele» inspiriert, die das Theater Hof sinnfällig mit dem «Leuchtturm» von Peter Maxwell Davies kombiniert. In beiden Stücken geht es um Abseitiges, Unbewusstes, Unergründliches, um menschliche Schattenseiten eben, die kontrastreich mal aus ironischem Blickwinkel, mal krimihaft verdichtet präsentiert werden.
Mit der Neuinszenierung betraute Intendant Reinhardt Friese seinen Vorgänger Uwe Drechsel, der, um es dem Publikum leichter zu machen, einen Erzähler hinzuerfunden hat: Hans Christian Andersen. Der führt moderierend in die «Schattenspiele» ein und gibt zum autobiografisch getränkten Geschehen (Libretto: Maria Sundqvist in der Übersetzung von Jenny Svensson) süffisant seinen Senf dazu.
Ein dänischer Gelehrter auf Bildungsreise verschaut sich in die personifizierte Poesie, die italienische Verse singt und flötet, entdeckt bei ihr seinen eigenen Schatten und muss nach seiner Rückkehr feststellen, wie der sich zunehmend selbstständig ...
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Opernwelt Mai 2019
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Monika Beer
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Spätestens seit die USA vor drei Monaten aus dem INF-Vertrag über die Stationierung von Mittelstreckenraketen ausgestiegen sind, ist offensichtlich, dass mit dem Zerstörungspotenzial der Atombombe zwischen den Großmächten inzwischen wieder so unverhohlen gedroht wird wie zu Zeiten des Kalten Kriegs. Diese nach wie vor bestehende tagespolitische Relevanz ist nur...
Verkaufte Bräute, wohin das Auge schaut in Wagners Musikdramen. Eva, Elisabeth, Senta, Elsa, sie alle sind (vom Schicksal?) dazu auserkoren, meistbietend an (gerne fremde) Männer verschachert zu werden. Besonders schlimm trifft es Sieglinde, die Mutter des ersten freien Helden. Noch bevor sie überhaupt weiß, was Freiheit bedeuten könnte, wird sie dieser Freiheit...
