Menschheitstheater

Sie nennen es «Weltpremiere». Drei Tage verwandelt sich Ende Mai der im Nordwesten Amsterdams gelegene Gashouder in ein kosmisches Feld. Das Projekt «Aus Licht» präsentiert wesentliche Teile aus Karlheinz Stockhausens megalomanem Zyklus, unter Beteiligung von mehr als 400 jungen Musikern und mit einem prominenten Leitungsteam: Pierre Audi führt Regie, Kathinka Pasveer übernimmt die musikalische Leitung. Ein Probenbesuch

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Der Weg zu den Strahlen der Sonne führt über eine kleine Brücke. Ein Bächlein, forellenfrei vermutlich, fließt leise murmelnd darunter hinweg. Abendstimmung. In der Ferne erhebt sich die Silhouette eines gigantischen Rundbaus, der anmutet wie ein auf die Erde gestürzter, noch schnell geschliffener Meteorit, bewacht nur von winzigen Wolkenballen und einem strahlenden Mondgesicht. Mächtig liegt das steinerne Gebilde in der grünen Landschaft, umgeben von Büdchen, kleinen Ständen, Lokalen.

Je näher man dem Gashouder im Nordwesten Amsterdams kommt, umso deutlicher erschließen sich die Dimensionen. Und zumindest an diesem kalten Winterabend fliegt den Flaneur ein warmer Duft an, der Duft von Kaffee: Das «Amsterdam Coffee Festival» ist zu Gast auf dem Gelände der Westergasfabriek. 

Das Areal mit seinen schmucken Klinkerbauten, dessen Zentrum der Gasometer bildet, zählt zu den spannendsten Locations der niederländischen Kapitale; ein wenig ähnelt es der Speicherstadt in Hamburg. Die ehemaligen Fabrikgebäude, im 19. Jahrhundert direkt an den Gleisen der ersten niederländischen Bahnstrecke errichtet, beherbergen heute Kneipen, Kinos, Theater- und Tanzsäle. Wo jetzt der Bär tobt, wird Ende ...

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Opernwelt Mai 2019
Rubrik: Reportage, Seite 52
von Jürgen Otten

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