Sie lächeln wieder
Diese Oper gehört allen.» So deutlich und unverblümt sagt es Myung-Whun Chung in seiner kurzen Begrüßungsrede, zu der ihn der Bürgermeister Venedigs in die prächtig dekorierten Sale Apollinee gebeten hat. Der koreanische Dirigent kommt geradewegs von der erfolgreichen «Falstaff»-Premiere, mit der die neue Saison am Teatro La Fenice eröffnet worden ist. Wie so viele Male zuvor, ist Chung, der im Januar 70 wird, auch diesmal wieder vom Auditorium gefeiert worden. Den Erfolg widmet er allen, die an der Neuproduktion mitgewirkt haben.
Beim offiziellen Festessen, zu dem Fenice-Intendant Fortunato Ortombina eingeladen hat, sieht man indes nur ausgesuchte Teile des Publikums sowie Vertreter der nationalen und der Stadtregierung.
Die Spielzeiteröffnung des Teatro La Fenice wird nicht mit dem gleichen offiziellen Prunk begangen wie die des Teatro alla Scala in Mailand am Ambrosius-Tag. Dennoch gerät sie diesmal zu einem außerordentlichen Ereignis, und das hat einen so schlichten wie schönen Grund: Nach zwei traurig-gequälten Corona-Spielzeiten ist das Lächeln zurückgekehrt. Auch deshalb hat die Theaterleitung Giuseppe Verdis letztes Bühnenwerk ausgesucht, seine einzige komische Oper nach ...
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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Stefano Nardelli
Ein Ausflug von Berlin nach Potsdam hebt meistens die Stimmung, aber zweimal pro Jahr gibt es für Musiktheaterfreunde einen wirklich guten Anlass: im Sommer zu den Musikfestspielen im zauberhaften Park von Sanssouci – und im November zur Winteroper der Kammerakademie Potsdam, die nach langjähriger Bauunterbrechung inzwischen wieder das barocke Schlosstheater im...
arte
01.01. – 17.55 Uhr Live aus dem Teatro La Fenice
Seit bald 20 Jahren heißt das Gran Teatro La Fenice in Venedig das neue Jahr mit einem bunten Strauß von Opernarien willkommen. Giuseppe Verdi hat alljährlich einen Ehrenplatz im Programm. Traditionell serviert das Orchester des Hauses den Gefangenenchor aus «Nabucco» und das «Brindisi» als Bouquet final. In...
Alles ist anders. Kein Zimmer des Hauptmanns, kein rasierender Wozzeck, kein Spiegel. Auch nicht das Streicher-Glissando und die kecke Oboe, mit denen Alban Berg seine Jahrhundertoper einleitet. Stattdessen erklingt der erste Teil des berühmten letzten Orchester-Zwischenspiels, das der Komponist als Requiem auf seine Titelfigur verfasst hat. Der Freiburger...
